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Anonymous

unregistriert

1

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:33

Petition für ein generelles Schächtverbot

Da Ihr sicher alle wisst , worum es beim Schächten geht, möchte ich euch bitten, möglichst zahlreich diese Petition zu unterzeichnen:

http://www.fueralletiere.de/html/politiker_11_06.html

Anubis

Anonymous

unregistriert

2

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:33

Etwas sehr einseitig die Angelegenheit.

Ich werde meine Stimme nicht geben.

Wenn den Muslimen das Schächten verboten ist, dann müssen die Juden sich auch dran halten. Nur die haben mal wieder in D eine Sonderstellung bei diesem Thema.

Anonymous

unregistriert

3

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:34

Hallo Anubis,

bitte erkläre mir doch warum ich gegen das Schächten sein soll.
Ist töten nicht gleich töten, was gibt es für einen Unterschied. Das Schächten hat doch auch eine Tradition, es gibt doch bestimmt auch einen Grund dafür?

Vielleicht hat du ein paar Erklärungen für mich!

LG Alina

Anonymous

unregistriert

4

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:35

Rechtslage

Schächten ist in Deutschland grundsätzlich nicht gestattet, da das Tierschutzgesetz das Schlachten von Wirbeltieren ohne vorherige Betäubung untersagt (Generalverbot mit Ausnahmeerlaubnisvorbehalt - §Â§ 4ff TierSchG). Die Einfuhr des Fleisches im Ausland geschächteter Tiere ist dagegen ohne Weiteres legal. Wer von dieser Vorschrift ohne Ausnahmegenehmigung abweicht, macht sich strafbar oder begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit, was auch zu einem Berufsverbot oder einem Verbot des Umgangs mit Tieren führen kann - §Â§ 17ff TierSchG.

Aus religiösen Gründen können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Lange Zeit wurde in der BRD Juden diese Genehmigungen meist erteilt, Muslimen dagegen meist nicht. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes muss wegen der nach Art. 4 Grundgesetz verfassungsmäßig uneingeschränkt gewährten Religions- und Glaubensfreiheit auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, sofern das Fleisch des getöteten Tieres von Personen verzehrt wird, denen zwingende religiöse Vorschriften den Verzehr des Fleisches nicht geschächteter Tiere verbieten (Urteil vom 15. Januar 2002, sog. Schächturteil).

Nix mehr Sonderstellung der Juden in D bei diesem Thema. Das unterscheidet unser GG und Rechtssystem eben, da gibt es keine ausnahme der Ausnahme, wenn man dafür auch prozessieren muss.

Aber Wüstensonne hat recht, bis 2002 hatten die Juden bei diesem Thema eine Sonderstellung. Ich finde allerdings immer spannend, wie sich dann auf die Gleichheit und das Gleichheitsprinzip, was zweifelsohne bei uns eingeklagt werden kann, bezogen wird. Da weiß man die Freiheit der Demokratie und des Rechtsstaates zu schätzen.

Lg

Fee

Anonymous

unregistriert

5

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:35

Hallo Fee,

es ist aber bekannt, dass Juden die Ausnahmegenehmigung erhalten und Muslime nicht.

Bei Juden und Muslimen gibt es keine Unterschieden beim Schaechten.

LG
Wuestensonne

Anonymous

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6

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:36

Sorry, aber auch ich kann diese Petition nicht unterschreiben.

Ich war in meinem Leben sowohl bei nach deutschen Gesetzen und "Regeln" durchgeführten Hausschlachtungen wie auch bei Schächtungen nach muslimischer Tradition dabei und sehe da ehrlich gesagt nicht viel Unterschied.... in beiden Fällen sterben die Tiere innerhalb von wenigen Sekunden....

Gruß

Pauline

Anonymous

unregistriert

7

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:36

Tut mir leid Pauline, aber da muss ich widersprechen. Beiliegend ein Bericht von einem Fachmann:

Der deutsche Chirurg Dr. med. Hartinger beschreibt die Anatomie des Schächtens folgendermaßen (Quelle: VgT-Nachrichten, Januar 2001):

"Beim Schächtschnitt werden zunächst die Haut und die oberflächliche Halsmuskulatur durchschnitten. Dann die tiefer liegende Luftröhre und die Speiseröhre. Gleichzeitig werden dabei die unmittelbar daneben liegenden Nervi phrenici durchtrennt, die das Zwerchfell motorisch versorgen. Jeder Medizinstudent hat gelernt und jeder Mediziner mit operativer oder anaesthesiologischer Erfahrung hat gesehen, dass die Luftröhre, der Kehlkopf und die Speiseröhre besonders schmerzempfindliche Organe sind, deren Verletzung noch in tiefer Narkose erhebliche Schmerzreaktionen mit Atemstörungen, Pulsfrequenz- und Blutdruckerhöhungen sowie EKG-Veränderungen verursacht und dass beim Verletzen der Halsschlagader der bekannte Carotis-Sinus-Effekt die besondere Sensibilität dieser Halsregion belegt. Während des langsamen Ausblutens thrombosieren (verschließen durch Blutgerinnsel) und verstopfen vielfach die durchtrennten Gefässenden und es muss nachgeschnitten werden. Wegen der verletzten Zwerchfell-Nerven kommt es zu einer schlaffen Lähmung der Zwerchfell-Muskulatur und zu einem immobilen Zwerchfellhochstand, das heißt zu einer bewegungsunfähigen Erschlaffung des Zwerchfelles, das durch den Bauchinhalt beim Aufhängen kopfwärts gedrängt wird. Daraus resultiert eine weitere erhebliche Beeinträchtigung der Atmung, die überwiegend auf der Bewegung dieser Muskel-Sehnen-Platte beruht. Zu den unerträglichen Schnittschmerzen bekommt das Tier somit noch Todesangst durch Atemnot. Infolge dieses atemnot-, angst- und schmerzbedingt verstärkten Atmungsvorganges wird das Blut und der aus der durchtrennten Speiseröhre austretende Vormageninhalt in die Lungen aspiriert (gesaugt), was zusätzlich zu schweren Erstickungsanfällen führt. Und das alles - im Gegensatz zu den Behauptungen der Schächt-Befürworter - bei vollem Bewusstsein des Tieres! Denn die Blutversorgung des Gehirnes ist noch gegeben. Filmaufnahmen belegen die volle Reaktionsfähigkeit und bewusste Orientierung des ausgebluteten Tieres, das nach dem Entfesseln mit der entsetzlichen Halswunde aufsteht und orientiert dem Ausgang des Raumes zutaumelt. Der Oberveterinärrat und Schlachthofdirektor Dr. Klein hat diese Beweisführung über das noch vorhandene Bewusstsein des Tieres in Bildreihen festgehalten. Gleichwertige Aussagen finden sich in dem Buch 'Tierschutz und Kultur' von M. Kyber mit Vorwort des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes Dr. A. Grasmüller. Die Blutversorgung des tierischen Gehirnes erfolgt durch drei paarig angelegte Gefäss-Stränge. Zwei Hals-Schlagadern, zwei Arterien innerhalb der Halswirbelkörper und zwei weitere in der Nackenmuskulatur. Diese sechs Hauptarterien anastomosieren (verbinden sich) im oberen Halsbereich, da weitere Gefässverbindungen im vorderen Kopfbereich über die Arteria maxillaris zur Schädelbasis vorhanden sind. Außerdem existieren Gefäss-Anastomosen (Gefässverbindungen) über die massive Nackenmuskulatur zum Kopfesinnern. Diese Vernetzung der Gefäße haben auch bei Durchtrennung der Halsschlagadern eine noch ausreichende Blutversorgung des Gehirnes zur Folge. Entsprechend dem bekannten physiologischen Vorgang reduziert der Körper beim Ausbluten seine periphere Durchblutung zugunsten von Hirn, Herz und Nieren bis auf Null. Da das Tier außerdem an den Hinterläufen aufgehängt wird, versorgt der orthostatische Flüssigkeitsdruck im Gefässsystem zusätzlich das Gehirn so lange mit Blut und hält das Tier bei Bewusstsein, bis praktisch bei schlagendem Herzen der gesamte Blutinhalt des Gefäss-Systems auf diese Weise ausgelaufen ist. Dieser Vorgang dauert nach allgemeiner Erfahrung mehrere Minuten, wobei Angaben bis zu 14 Minuten existieren. Die unterschiedlichen Zeitangaben sind auf die unterschiedlichen Kriterien zurückzuführen, ob man die Reaktionen des Körpers als Maßstab nimmt, den Cornealreflex, das Kreislaufsystem oder das Aufhören des Blutens aus den Gefässenden oder des Herzschlages.

Raphaela

Anonymous

unregistriert

8

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:37

Wüstensonne ,

ja, sagte ich ja, bis 2002. Danach nicht mehr.

Lg

Fee

Anonymous

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9

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:37

Ach ja und zum Thema "ein muslimischer Fachmann" führt die Schächtung durch ...
Ich war einmal während des Opferfestes in Ägypten. Was sich dort in Hauseingängen und HInterhöfen teilweise abgespielt hat, war sicher nicht das Werk von Fachmännern!

LG
Raphaela

Anonymous

unregistriert

10

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:37

@Raphaela,

der Bericht liest sich wie ein Horror-Roman

LG, Tatti

Anonymous

unregistriert

11

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:38

Ich verstehe bis zu einem gewissen Maße auch die Ansicht von Pauline - in europäischen Schlachthöfen geht es auch nicht immer schön zu. Aber ich muss mir ja nicht unbedingt das negativste Beispiel hernehmen und danach messen.

Ich habe sogar mal einen kleinen Film eingestellt, wie es in den Schlachthöfen in - ich glaube Port Said - zugeht. Wo vorher den Kühen noch die Achillessehnen durchgeschnitten werden, damit die armen Kreaturen ja nicht noch ein paar Schritte weglaufen können. Mein Mann hat mir bestätigt, dass das eine gängige Praxis bei ägyptischen Schlächtern ist.

Tut mir leid, wenn sich hier Muslime auf den Schlips getreten fühlen, aber Tierschutz ist ein Thema bei dem ich sehr emotionell reagieren.

LG
Raphaela

Anonymous

unregistriert

12

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:38

Hallo Wüstensonne,

es geht in dieser Petition um ein *generelles* Schächtverbot, das gleichermaßen für Juden und für Muslime in Deutschland gelten soll. Wenn Du Dir die Mühe machst, Dich durch die website durchzulesen, dann wirst Du dort die Begründungen für die Petition finden.

Nach dem deutschen Tierschutzgesetz und nach der Schlachtverordnung darf in Deutschland kein Tier ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden. 'Aus historischer Verantwortung' dem Judentum gegenüber wurden jedoch in der Vergangenheit Ausnahmen von dieser Vorschrift für die Juden in Deutschland gemacht. Dazu muss man allerdings sagen, dass von den ca. 140.000 heute in Deutschland lebenden Juden weniger als 1 % auf rituell geschächtetem Fleisch bestehen, das vorwiegend aus Israel eingeführt wird. Der einzige Schlachthof, der in Deutschland nach jüdischen Ritus geschlachtet hat, wurde vor ca. 2 Jahren geschlossen. Auf der Website *Für Alle Tiere* findest Du auch zum jüdischen Schächten einiges. Fleisch ist bei den Juden ausserdem nur dann rituell *rein', wenn es in einem komplizierten Verfahren durch mehrfach wiederholtes Salzen und Wässern vollständig entblutet wird. Abgesehen davon gibt es auch andere Unterschiede zwischen jüdischen und muslimischem Schächten. Der Schochet hat eine 3-jährige Ausbildung, der muslimische Schlachter braucht keine. Muslime schneiden in der Regel durch den Kehlkopf, was bei den Juden verboten ist, weil der Kehlkopf extrem schmerzempfindlich ist. Es gibt noch andere Unterschiede, sowohl das eine als auch das andere ist aus Tierschutzgründen abzulehnen.

Nachdem führende islamische Autoritäten, z.B. die Al-Azhar und die DITIB für die Sunniten und Ajatollah Chamenei für die Schiiten, in Fatwas erklärt hatten, dass eine Betäubung vor dem Schächten vereinbar mit den islamischen Vorschriften ist, sah man in Deutschland keine Veranlassung, für Muslime Ausnahmegenehmigungen zu erteilen - bis 2002 ein türkischer Autoschlosser mit Unterstützung des ZMD vor dem Bundesverfassungsgericht ein Urteil erstritt, das denjenigen Muslimen das betäubungslose Schächten ermöglichen sollte, die substanziiert und nachvollziehbar begründen können, dass ihre religiöse Gemeinschaft jeden Fleisch-Verzehr nicht betäubungslos geschächteter Tiere verbietet. Damit wollte das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich illegale Schächtungen in HInterhöfen und Badewannen verhindern. In der Zwischenzeit wurde allerdings der Schutz der Tiere in das Grundgesetz aufgenommen, so dass sich eine neue Rechtslage ergab.

LG,
Anubis

Anonymous

unregistriert

13

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:39

Da muss ich Dir auch widersprechen, Pauline. In Ägypten wird nicht umsonst alljährlich vor dem Opferfest in den Medien und Moscheen gefordert, dass man das Schlachten *Fachleuten* überlassen soll und dass nicht jeder, der es sich leisten kann ein Tier zu opfern, selber schlachtet. Häufig dürfen sogar Kinder und Jugendliche zum Messer greifen und dem Tier die Kehle durchschneiden.

Anfang diesen Jahres fand in Kairo eine Konferenz zu den Zuständen an ägyptischen Schlachthöfen statt. Dort wurden Video-Aufnahmen gezeigt, die Australien veranlassten, alle Exporte von Lebendschlachttieren nach Ägypten zu stoppen. Nach Aussagen von Fachleuten gehören diese Zustände zum Schlimmsten weltweit in diesem an Grausamkeit wahrlich nicht armen Gewerbe. Usus an ägyptischen Schlachthöfen ist, dass den Rindern mit dem Beil die Sehnen der Füße durchschlagen werden, um sie an jeder Gegenwehr zu hindern und dass man ihnen vor dem Schlachten mit Haken und Messern die Augen aussticht, damit sie nicht sehen können wie neben ihnen ein anderes Tier getötet wird, wie es islamische Vorschrift ist. Es wurde gezeigt, wie der Schlachter wie wild in die Augen sticht - und alles in Gegenwart und unter fröhlichem Lachen von Kindern, die dort arbeiten.

Es tut mir leid, dass ich das so drastisch schildern muss, aber ich weiß von diesen Zuständen durch Veterinäre, die sich seit Jahren vergeblich darum bemühen, dass diese Zustände abgestellt werden. Bislang ohne Erfolg.

http://www.ciwf.org/home/news_atoesuspended.shtml

Und hier gibt es noch die Presse-Erklärungen vom 24. und 26. Februar 2006

http://www.ciwf.org.uk/home/press.shtml

Gruß,
Anubis

Anonymous

unregistriert

14

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:40

Hallo Alina,

auf diesen Seiten findest Du viele Informationen zum Thema, wenn Du auf die Spalte links klickst, oder auf der Seite unten den Pfeilen nach rechts und links folgst:

http://www.mediazeit.de/tierdach/news_se…haechten3.shtml

Gruß
Anubis

Anonymous

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15

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:40

Guten Morgen Anubis,

Dein Handeln kann ich verstehen. Nur ich kann keine Petition unterschreiben was gegen islamische Gesetze verstösst.

Zudem haben deutsche Schlachthöfe auch mehr als ihre Nachteile. Das Gammelfleisch aus Bayern. Hühner werden lebendig an den Füssen aufgehängt an der Enthauptungsmaschine, wo ihnen bei vollem Bewusstsein der Kopf abgerissen wird. Schweine werden gehetzt durch Transporte auf der Strasse um in die Schlachthöfe zu gelangen, und bis dorthin ist schon so manches Schwein auch stress krepiert.

Und wo verbote ans Tageslicht kommen, werden Handlungen geheim gehandelt.

LG
Wüstensonne

Anonymous

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16

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:45

In anderen Ländern funktioniert es doch.

Schächten im Islam

Die Debatte in Österreich vor dem Hintergrund des neuen bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 39/04 der Wochenzeitschrift "Die Furche" in einem ausführlichen Dossier, das sehr lesenswert verschiedene Blickwinkel aufs Thema eröffnet. Link: Furche


Tierschutz genießt in Österreich einen immer höheren Stellenwert. Die von großem öffentlichem Interesse begleiteten Debatten um ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz, das am 27. Mai im Parlament beschlossen wurde, geben Zeugnis von diesem Trend.

In den Brennpunkt geriet dabei einmal mehr das Schächten, wie es Juden und Muslime aus religiösen Gründen praktizieren. Dabei werden dem Schlachttier mit einem fachmännisch ausgeführten Schächtstreich die Halsschlagadern in einer Weise durchtrennt, dass die Betäubung unmittelbar einsetzt und das Tier stirbt. Der Islam bezieht sich dabei auf die Tradition des Propheten Abraham. Die Speisegebote verbieten den Verzehr von Blut, Verendetem und Schweinefleisch. (siehe Koran, 5:3). Das Schächten ist jene Schlachtmethode, die den Körper des Tieres am meisten ausbluten lässt. Judentum und Islam schreiben es zwingend vor.

Steht also Religionsfreiheit versus Tierschutz? Der Verfassungsgerichtshof hatte erst 1998 klare Worte gefunden (VfSlg. 15.394/1998 und betont, dass ein Schächtverbot einen Eingriff in die verfassungsrechtlich gewährleisteten Rechte gesetzlich anerkannter Religionsgemeinschaften darstellt. Zudem sei eine Vereinbarkeit des Schächtens nach islamischem Ritus mit der öffentlichen Ordnung und den guten Sitten gegeben. Die EU Richtlinien garantieren in 93/119/EG das Schächten für Juden und Muslime.


Die FPÖ machte sich im Gegensatz dazu stark dafür, ein generelles Schächtverbot zu erlassen. Dass die anderen Parteien hier nicht mitzogen und nach Auswegen suchten, spiegeln die zahlreichen Veränderungen am Entwurf des §32 wider, der die Tötung von Tieren behandelt. Die ursprünglich zur Begutachtung vorgelegte Textierung enthielt den absurden Widerspruch, dass das Schächten aus religiösen Gründen eindeutig gestattet wurde und andererseits nur unter vorheriger Betäubung stattfinden sollte, was dann einem Schächtverbot gleichgekommen wäre.

Israelitische Kultusgemeinde und Islamische Glaubensgemeinschaft koordinierten ihr Vorgehen, um bei den Parteien Bewusstheit für ihr Anliegen zu schaffen. Termine wurden gemeinsam wahrgenommen und schließlich auch ein gemeinsamer Vorschlag für die Formulierung im Gesetzestext unterbreitet. Nicht nur auf einem Recht zu pochen, sondern begreiflich zu machen, dass Schächten und Tierschutzgedanke nach jüdischem und muslimischem Verständnis vereinbar sind, ist eine besondere Herausforderung. Denn noch geht der Diskurs eher dahin, das Schächten bestenfalls als religiös begründete Eigenart widerwillig zu tolerieren, als die Frage nach der Kompatibilität von einzelnen Schlachtmethoden zu stellen und sich der Komplexität des Themas so zu nähern. Ist vom ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾betäubungslosenÃÆ’¢â‚¬Ã…“ Schlachten der Juden und Muslime die Rede, wird gerne ausgeblendet, dass die Betäubung, so wie sie an den hiesigen Schlachthöfen praktiziert wird, ursprünglich nicht aus Tierfreundlichkeit eingeführt wurde, sondern um den Gesetzen der Industrialisierung zu gehorchen. Die Betäubung der Tiere ist auch keinesfalls vergleichbar mit der Anästhesie, wie sie etwa Patienten im Spital erhalten, sondern an sich schmerzhaft. Als Methoden gelangen Elektroschock, Bolzenschuss und Langhirnsstab zum Einsatz, für Schweine auch Gas. Zwischen Betäubung und Tod kann ein längerer Zeitraum liegen. Juden und Muslime sehen es gerade als vorteilhaft an, dass ein professionell ausgeführtes Schächten Betäubung mit zu Tode bringen des Tieres verbindet.

Schon in der Vergangenheit musste das Schächten immer wieder dazu herhalten, negative Emotionen wachzurufen, die dann populistisch kanalisiert werden konnten. Begriffe wie ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾BlutrauschÃÆ’¢â‚¬Ã…“, ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾RitualmordÃÆ’¢â‚¬Ã…“ usw. stehen aber in krassem Widerspruch zur islamischen Lehre, wo es in 22:37 heißt: ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾Ihr Fleisch (der Opfertiere) erreicht Allah nicht, noch ist es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht ist es, die Ihn erreicht. In dieser Weise hat Er sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr Allah für seine Rechtleitung preist. Und gib denen frohe Botschaft, die Gutes tun.ÃÆ’¢â‚¬Ã…“ Hier geht es um das Opferfest, anlässlich dessen die Muslime in Erinnerung an das Gottvertrauen Abrahams schlachten, bzw. schlachten lassen oder den Gegenwert in Geld spenden. Der soziale Aspekt des Teilens steht dabei im Vordergrund, denn das Fleisch des Opfertiers wird gedrittelt: eines für Bedürftige, eines für Nachbarn und Freunde und nur ein Drittel für den Eigenverbrauch.

Wer erinnert sich heute schon noch daran, dass ein Schächtverbot eines der ersten Gesetze in der Zeit der NS Diktatur war? Als in Oberösterreich Zustände an Schlachthöfen bekannt wurden, in denen bereits betäubte Rinder an den Füßen aufgehängt bei vollem Bewusstsein erleben mussten, wie ihnen die Bäuche aufgeschlitzt werden, löste dies einen Skandal aus. Kurz darauf wurde seitens der FPÖ eine Anti-Schächten Kampagne gestartet. Das Schächten scheint sich für Sündenbockpolitik geradezu anzubieten.

Darum ist Aufklärung so wichtig. Schließlich ist das Schächten kein Ritual, an dem Juden und Muslime aus archaischen Gründen hängen, sondern eingebettet in die Religion, die die Verantwortlichkeit des Menschen für den sorgsamen Umgang mit der Schöpfung vorschreibt und dem Tierschutzgedanken verpflichtet ist. Im Koran finden sich zahlreiche Erwähnungen von Tieren, die sogar zu Namensgebern von Suren (Kapiteln) werden, etwa Bienen und Ameisen. Von den Vögeln ist als eigenen Völkern die Rede. Die Betrachtung dieser Lebewesen und die Bewunderung für die Art, wie sie sich organisieren, sollen zum Nachdenken und Ehrfurcht vor der Schöpfung anregen. Tierschutz vermittelt sich auch bei der Ausübung einer der Säulen der islamischen Religion, der Hadsch, wo es den Pilgern verboten ist irgendein Lebewesen, und sei es ein Insekt, zu töten. Bereits Kindern wird die positive Geschichte eines Mannes erzählt, der das Paradies erlangte, weil er nachdem er seinen Durst gestillt hatte, nochmals in einen Brunnen kletterte, um für einen Hund Wasser zu schöpfen. Andererseits schreckt das schlechte Beispiel einer Frau ab, die sich Strafe verdiente, weil sie ihre Katze verhungern ließ.

In beiden Religionen unterliegt das Schächten strengen Regeln, die dokumentieren, dass kein Tier ungerechtfertigt leiden darf. Ein Tier zu töten ist mit einem hohen Grad an Verantwortungsbewusstsein begleitet, denn dies darf nicht aus niederen Gelüsten geschehen, sondern ausschließlich zur Nahrungsgewinnung und mit der gebotenen Sachkenntnis, um jedes unnötige Leiden zu ersparen. An die muslimische Gesellschaft wird appelliert, eine ausgewogene Kost zu bevorzugen und keinen übermäßigen Fleischgenuss zu praktizieren. Der Schächter soll seine erste Ausbildung an einem bereits toten Tier erhalten und sich durch die Anrufung Gottes beim Setzen des Schächtschnitts der Dimension seines Handelns bewusst werden. Das Werkzeug muss bestens geeignet sein, damit der Schnitt kaum spürbar ist. Die Schlachttiere sollen keinem Stress ausgesetzt werden, also bis zuletzt bestens mit Wasser und Futter versorgt sein, keine Transportstrapazen erdulden müssen und nicht anblicken, wie Tiere zuvor getötet werden.


Das nunmehr verabschiedete Gesetz genügt den Erfordernissen der islamischen Religion. Politisch einigte man sich auf den Kompromiss, dass nach dem Schächtschnitt das ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾post cut stunningÃÆ’¢â‚¬Ã…“ praktiziert werden soll, also unmittelbar nach dem Schächten eine Betäubung gesetzt wird. Geschächtet werden soll in dafür eingerichteten Schlachthöfen durch geschultes Personal und wie bei anderen Schlachtungen auch, unter Anwesenheit eines Tierarztes. Positiv war gewiss, dass durch einen fortwährenden Kommunikationsfluss ein konstruktiver Dialog zwischen ÖVP, SPÖ, Grünen und den Betroffenen greifen konnte. Auch Tierschutzorganisationen wie die ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾Vier PfotenÃÆ’¢â‚¬Ã…“ zeigten Verständnis für die jüdisch/muslimische Position. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Gesetz in der Praxis bewährt und dazu beiträgt, einen sachlichen Umgang mit dem Schächten weiter zu fördern.

Carla Amina Baghajati

http://www.derislam.at./islam.php?name=T…howpage&pid=133

Anonymous

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17

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:47

Hallo zusammen,

um meine eigene Aussage bzgl. Schlachten/Schächten noch mal verständlicher darzustellen, habe ich im Internet nach Infos gesucht, die meine eigenen Erfahrungen bestätigen:

Aber: Vorsicht, der Text ist nichts für zarte Gemüter....

Suche nach dem sanften Tod

ÃÆ’¢â‚¬Ã…¾Bemerkenswerterweise ist die Suche nach einem unbedenklichen Betäubungsverfahren für Massen-Tiertötungen in unserer, schließlich auch medizinisch hochentwickelten Welt noch immer in vollem GangeÃÆ’¢â‚¬Ã‚Â

Anonymous

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18

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:47

Liebe Wüsten

wir haben an unseren Schlachthöfen teilweise schlimme Zustände. Aber: wir haben auch staatliche Kontrollen, die, wenn solche Dinge bekannt werden, zu einer Änderung führen, d.h. das System ist kontrollier- und änderbar. Beim betäubungslosen Schächten liegt aber der Fehler schon in der Methode selbst. Wenn beide Systeme, die Schlachtung mit Betäubung und die ohne Betäubung, optimal ausgeführt werden, bleibt die Schlachtung *ohne* Betäubung für das betroffene Tier die schmerzvollere. Eine Schlachtmethode, die den Tieren überhaupt kein Leiden und keine Schmerzen zufügen würde, gibt es - zumindest noch - nicht. Deshalb haben mein Mann und ich schon vor fast 20 Jahren die Konsequenz daraus gezogen - wir sind Vegetarier (wie übrigens auch eine zunehmende Anzahl unter den Muslimen und Juden !!).

Ich will und kann also die Verhältnisse an den 'westlichen' Schlachthöfen in keiner Weise beschönigen. Trotzdem - was sich an den Schlachthöfen in Ägypten und im gesamten Nahen Osten (und in Indien, und in Asien, und und und) abspielt, ist schlichtweg eine Tierhölle. Und es hat auch seine Auswirkungen auf die Menschen, die dort arbeiten: teilweise wagen sich die staatlichen Veterinäre nicht mehr in die Schlachthöfe, weil sie dort bedroht werden und in einigen Fällen Amtsveterinäre sogar ermordet wurden.

Bei unseren Gammelfleisch-Skandalen habe ich immer die Hoffnung, dass, wenn die Leute schon nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen, sie doch wenigstens weniger Fleisch essen und sich dann mit Bio-Fleisch versorgen.

Aber auch die hygienischen Zustände an den ägyptischen Schlachthöfen sind katastrophal. Das Fleisch wird auf denselben LKWs transportiert, wie zuvor die Lebendtiere oder die Abfälle - natürlich ohne vorherige Reinigung der Ladeflächen !
In vielen Fällen werden kranke Tiere nicht von der Schlachtung ausgenommen - wenn der Veterinär sie ausgesondert hat, dann wird gewartet, bis er wieder gegangen ist und dann wird doch geschlachtet und das Fleisch verkauft. Oder man schlachtet und vernichtet die Organe, die der Veterinär braucht, um Krankheiten festzustellen, die man erst nach der Schlachtung erkennen kann - Lunge und Leber z.B. Sie werden einfach vorher entsorgt ! Vom Veterinär als nicht für den menschlichen Verzehr geeignet aussortiertes Fleisch, wird wieder vom Abfall geholt und verkauft. Blut und Exkremente versickern einfach im Erdreich und verseuchen die ganze Umgebung der Schlachthöfe. Ich habe die Berichte entsprechender Untersuchungskommissionen, ich weiß also wovon ich rede.


Später noch was zu Deinem Bericht aus Österreich.

LG,
Anubis

Anonymous

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19

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:48

Liebe Pauline,

in meiner Antwort an Wüstensonne habe ich schon einiges zu dem gesagt, was in dem von Dir zitierten Bericht steht. Prinzipiell ist jede Schlachtung tierquälerisch, allerdings mit graduellen Unterschieden. Eine perfekt durchgeführte Schlachtung MIT Betäubung fügt dem Tier weitaus weniger Schmerzen zu, als eine perfekt durchgeführte OHNE Betäubung.

Wir haben es aber sowohl bei den Schlachtungen im Westen als auch in Ägypten oder in Ländern, in denen die Tiere nicht betäubt werden, GENERELL mit MASSENSCHLACHTUNGEN zu tun. Unter diesen Umständen sind noch nicht einmal die grundlegenden islamischen Vorschriften einzuhalten und sie werden auch nicht eingehalten. In diesem Sinn ist dieses Fleisch absolut nicht halal !!!!! Und genau das war auch der Grund, weshalb eine Schlacht-Tagung an der Al-Azhar vor wenigen Jahren, dringend gefordert hat, dass auch an den Schlachthöfen in Ägypten die islamischen Vorschriften beachtet werden müssen und strengere Kontrollen, eine Ausbildung der Schlachter, ein Verbot der Kinderarbeit und und und gefordert wurden.

Im übrigen kann aus dem Koran, wie die Azhar ganz richtig feststellt, KEIN Betäubungsverbot abgeleitet werden, da zur Zeit des Propheten eine Betäubung der Tiere unbekannt war und er sie deshalb auch gar nicht anwenden konnte. Aber ich frage mich, weshalb man sich ausgerechnet bei den Tieren nach der Sunna des Propheten richtet und nicht auch, wenn es um den Menschen geht, denn dann müsste man folgerichtig auch jede Narkose vor einem operativen Eingriff ablehnen. Die gab es zur damaligen Zeit eben auch noch nicht. Wenn es um die Menschen geht, dann ist jede Erleichterung, die die Technik bietet, plötzlich vereinbar mit den Schriften. Es reitet schliesslich auch keiner heute mit dem Kamel zur Hadj, sondern mit dem Flugzeug.

Weshalb um Himmels willen verweigert man den Tieren, wenn sie denn schon für die menschliche Lust nach Fleisch ihr Leben lassen müssen, die letzte Gnade eines leichteren Sterbens ?? Das KANN nicht im Sinne des Propheten sein

Gruß,
Anubis

Anonymous

unregistriert

20

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 09:49

@Anubis
Mich wuerde mal intressieren, ob du bei einer muslimischen Schaechtung schon mal dabei warst und ob du genau weisst, wie die Muslimen ihre Tiere schaechten muessen.
Ich war schon bei etlichen dabei und finde es gut, so wie sie es tun. Ich kenne keine Religion, bei der man so viel Resepekt einem Tier gegenueber bringt, wie bei den Muslimen. Weisst du, dass der Metzger das Tier nur von hinten toeten kann? Das Tier darf das Messer nicht sehen, ansonsten darf man es nicht toeten. Ausserdem muss das Tier alleine in einem Raum sein, keine anderen Tiere duerfen es sehen. Das finde ich mehr als Respektvoll!
Ich habe letzthin eine Reportage ueber einen Schweinestall in DE gesehen und auch gesehen wie die Tiere dort geschlachtet werden. Es war einfach grauenvoll!!! Das solltest du mal sehen, dann siehst du es ganz anders. Die Tiere werden einfach betaeubt und dann aufgeschlitzt, grausam. Da ist der Schnitt der Kehle um einiges besser, denn die Tiere sind nach einigen Minuten sicher tot.

Liebe Gruesse
Daniela