Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Ägypten - 1001 Faszination (Zickes - Ägypten - Original). Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:26

Erwerb der ägyptischen Staatsbürgerschaft

Nachdem ich mich schon so umfassend bei Euch informieren durfte, wollte ich Euch gerne etwas fragen. Habe so ziemlich alle Beiträge von Euch gelesen, aber vielleicht doch was übersehen.

Gott sei Dank muss mein ägyptischer Verlobter jetzt doch nicht zum Militär, habe es gestern erfahren. Bei der Musterung hatte man ihm zunächst eine 3jährige Offiziersausbildung in Aussicht gestellt. was für uns beide eine Katastrophe gewesen wäre. So können wir endlich ein bisschen planen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Bei meinen "Recherchen" im Internet sah ich irgendwo, dass man, wenn man einen Ägypter heiratet, die ägyptische Staatsbürgerschaft erhält.
Stimmt das? Welche Rechte und Pflichten hat man als deutsche Staatsbürgerin dadurch?
Erhält man ägyptische Staatsbürgerschaft automatisch oder nur, wenn man auch in Ägypten selbst auf dem Shar El Akari heiratet? Wir wissen noch nicht, ob wir in Deutschland oder Ägypten heiraten. Mein Verlobter ist Muslim, ich selbst bin Katholikin.
Meine Familie hat natürlich auch gehört, dass mein Mann mir theoretisch verbieten kann, das Land zu verlassen usw. Ich persönlich habe da wenig Bedenken. Ist es vielleicht "sicherer", in Deutschland zu heiraten? Wir möchten zumindest die ersten Jahre in Deutschland wohnen.

Schon jetzt vielen Dank für Eure Antworten!

Liebe Grüße
Nicole

2

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:27

Also wenn man durch Heirat am Shar el Akari ägyptische Staatsbürgerin werden würde, hätte ich meinen Mann - so sehr ich ihn auch liebe - mit Sicherheit nicht geheiratet.

LG
Michi

3

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:29

Hallo Nicole,
du verlierst auf jedenfall die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn du eine ausländische Staatsbürgerschaft annimmst. Es sei denn, du hast zuvor einen Sonderantrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft gestellt.


Soweit ich weiß, bekommst du nicht automatisch die ägyptische Staatsbürgerschaft. Du kannst die ägyptische Staatsbürgerschaft durch Eheschließung erhalten, aber das ist kein Automatismus. Wie das Verfahren genau abläuft, weiß ich aber auch nicht und ob das evtl. durch eine falsche Unterschrift bei der Hochzeit "passieren" kann entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.

Hinsichtlich der Ausreisegeschichten aus dem Land usw., kannst du dir Genehmigungen von deinem Mann geben lassen. Am Besten, du lässt das direkt in einem Ehevertrag mit aufnehmen.

VG
Mopri

4

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:39

Du erwirbst die ägyptische Staatsangehörigkeit nicht automatisch mit der Eheschließung ! Du kannst das tun, wenn das Dein Wille ist.
Und Du kannst - zumindest sind das meine letzten Infos- als deutsche Ehefrau eines Ägypters ohne seine Zustimmung ausreisen. Das sind aber passrechtliche Bestimmungen, die sich immer mal wieder ändern können - wenn man einen Ehevertrag macht, schadet es nichts, diesen Zusatz der uneingeschränkten Reisemöglichkeit mit aufzunehmen

LG
malesh

5

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:39

Danke schön!!!


Ehrlich gesagt, das beruhigt mich sehr, bei aller Liebe.
Das mit dem neuen Gesetz klingt gut.
Die deutsche Staatsbürgerschaft wollte ich natürlich auch behalten. Die Genehmigung der Ausreise möchte ich auf jeden Fall in meinen Ehevertrag aufnehmen. Ich hatte das bereits mit ihm besprochen.
Er meinte, das ist im Falle einer Ausländerin aus dem Westen sowieso kein Problem. Sein Bruder war ein paar Jahre orfi-verheiratet mit einer Italienerin, sie haben auch zwei Kinder und die meiste Zeit in Ägypten zusammen gelebt. Bei ihrer Scheidung konnte sie ohne Weiteres die Kinder mit nach Italien nehmen.


Liebe Grüße
Nicole

6

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:40

Hallo Nicole,

die ägyptische Staatsbürgerschaft musst du auch nicht annehmen, in deinem Pass kannst du eintragen lassen : Frau eines Ägypters....dann hast du auf alle Fälle das Visum verbilligt oder sogar frei....da können dir aber die Frauen die verheiratet sind-Auskunft geben.
An deiner Stelle, würde ich die Deutsche Staatsbürgerschaft behalten, warum solltest/wolltest du sie aufgeben? Ich glaube, alle Frauen die mit Mann in Ägypten leben, habe die eigene Staatsbürgerschaft behalten und das bestimmt nicht ohne Grund.

LG
Amira

7

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:40

Hallo Nicole,

Mit den Kindern sieht das anders aus, die kriegen beide Staatsbürgerschaften

Richtig, eure Kindern werden, sofern du Deutsche bleibst, beide Staatbürgerschaften erhalten. Wenn sie dann ein gewisses Alter erreicht haben (ich glaube es ist 1Cool müssen sie sich jedoch für eine entscheiden.

Gruß

Pauline

8

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:41

Und wenn ich schon die Gelegenheit habe, Experten zu befragen:

Müssen Söhne aus solchen binationalen Ehen auch den ägyptischen Militärdienst ableisten oder sich dort zumindest anmelden, wenn sie sich für die ägyptische Staatsbürgerschaft entscheiden? Habe auch mal gehört, dass Söhne aus solchen Ehen nicht eingezogen werden.

Liebe Grüße und vergelt's Gott im Voraus! :-)

9

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:42

Hallo Nicole,

soweit ich weiß, müssen Söhne aus binationalen Ehen nicht zum ägyptischen Militärdienst. Die Ägypter haben ziemlich Angst vor Spionage und ziehen daher die binationalen Jungs nicht ein... meinen Mann haben sie auch nicht eingezogen, eben weil er mit mir verheiratet ist (selbe Begründung). Kann sich natürlich auch irgendwann mal ändern...

Gruß

Pauline

10

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:42

Danke nochmal, Pauline!

Gott sei Dank haben sie Angst vor Spionage! Wir hatten erst arge Bedenken, denn Sherief wurde so gut gemustert, spricht fließend deutsch und englisch usw. und wurde deshalb für die Offizierslaufbahn vorgeschlagen. Außerdem sind wir ja noch nicht verheiratet. Ich habe ihn noch nicht sprechen können, warum er letztendlich nicht genommen wurde. Vielleicht ist er tatsächlich zu "alt" (26) und es reicht es auch aus, wenn man mit einer Ausländerin seit über einem Jahr verlobt ist?
Jedenfalls bin ich unglaublich froh! Schön, dass ihr das "Problem" wegen Eurer Heirat nicht hattet.

Liebe Grüße
Nicole

11

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:42

Hallo Nicole,

trotz unserer Heirat war das ein ziemliches Problem. Eine ewige Rennerei, ein dauerndes Hin und Her und ein Geduldsspiel noch dazu. Hat fast 2 Monate gedauert bis er sämtliche Papiere zur Befreiung zusammen hatte, weil denen jedesmal, wenn er das gewünschte Papier brachte, noch was neues einfiel, was er auch noch dazu bringen müsste... dazu gabs jede Menge Befragungen... bis dann die finale Befragung kam und das ganze durchgewunken wurde... und danach hat es noch einmal 9 (!!) Monate gedauert bis er die Armeebefreiung in Händen halten konnte.

Gruß

Pauline

12

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:43

Durch eine Heirat mit einem Ägypter wird man automatisch KEINE Ägypterin. Egal wo die Ehe geschlossen wird, ob hier oder in Deutschland.

In Saudi Arabien wird man automatisch bei der Eheschliessung Saudi, wenn man einen Saudi heiratet.

Nach 4 Jahren Ehe mit einem Ägypter kann die deutsche Ehefrau einen Antrag auf ägyptische Einbürgerung stellen.

Deutsche Staatsbürger MÃœSSEN bei Annahme einer anderen Staatsbürgerschaft die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben. Wer aber die deutsche Staatsbürgerschaft nicht aufgeben will muss dann einen Antrag stellen, weshalb er eine neue Staatsbürgerschaft annehmen will, aber die Deutsche nicht verlieren möchte. Ein sehr schweres Unterfangen.

Eine Deutsche die nach deutschen Eherecht einen Ägypter heiratet, da wird die Ehe in Ägypten nicht annerkannt. Diese deutsche Ehe muss in Ägypten legaliziert werden, welches durch nochmaliges Heiraten nach ägyptischen Eherecht vollzogen wird. Das ist vor allem zu empfehlen, wenn Kinder aus dieser Verbindung hervorgehen und gleichzeitig in Ägypten seinen Hauptwohnsitz hat. Auch wenn die ägyptische Ehe nicht vorliegt, sehen die ägyptischen Behörden die deutsche Frau als Gattin des Ägypters an. Nur bei wenn man dann mal irgendeine Urkunde oder sonst was braucht, heisst es dann, die ägyptische Eheschliessung liegt nicht vor.

Kinder von Deutschen und Ägyptern sind Doppelstaatler. Kinder sind automatisch deutsche wenn die Mutter deutsch ist. Nach äyptischen Recht sind die automatisch Ägypter, sofern der Vater Ägypter ist. Beide Elternteile haben die Geburt in ihren jeweiligen Heimatländern anzugeben.

Söhne von deutsch/ägyptischen Ehepaaren sind in Ägypten vom Militärdienst befreit. Sie werden zwar einberufen, werden dann aber nach Vorlage entsprechender Dokumenten auf Lebenszeit befreit. Die Bundeswehr in Deutschland befreit die Söhne mit Doppelstaatsbürgerschaften auch nur nach Vorlage von entsprechenden Urkunden und Nachweisen. Im übrigen wird in Österreich gleich gehandelt wie in Deutschland in diesem Fall.

Vor gut 3 Jahren wurde das ägyptische Personenstandsrecht erneuert. Ägyptische Frauen geniessen Reisefreiheit ohne Zustimmung von Ehemann oder Vater oder sonstigen männlichem Vertreter. Ägyptische Frauen und ägyptische Kinder geniessen nicht nur Reisefreiheit, sondern können sich jederzeit ohne Einverständnis der Männer sich einen eignen Reisepass ausstellen lassen. Diese Reisepassausstellung steht übrigens auch ausländischen Müttern zu für ihre Kinder, wo der Kindervater Ägypter ist.

Kinder aus binationalen Ehen (wo der Vater Ägypter ist) und die Ehe geschieden wurde und/oder getrenntlebend sind, da darf der Vater die Ausreise der gemeinsamen Kinder nicht mehr verbieten, indem er seine Kinder auf die Schwarze Liste setzen liess. Unsere Kinder geniessen ebenso Reisefreiheit.

Das es immer noch wieder Probleme mit der Ausreise bei Kindern gibt, hängt nicht mit der ägyptischen Gesetzgebung zusammen, sondern lediglich allein bei den Passbeamten in den ägyptischen Flughäfen. Sie arbeiten hier willkürlich.

Ich persönlich werde immer wieder bei Verlängerung der ägyptischen Aufenthaltsgenehmigung gefragt, ob ich einen Antrag auf ägyptische Einbürgerung gestellt habe oder warum ich es nicht tu. Ich sehe darin keinen Sinn und vor allem keinen Zweck und Gewinn darin. Allein für die Mehrheit von 175 Staaten der Erde ein Visum zu beantragen, macht für mich die Sache schon mehr als ablehnend.

Eheverträgen haben schon ihren Sinn. Der deutsche Ehevertrag wird in Ägypten schon mal nicht annerkannt und der Ägyptische in Deutschland ebensowenig. Und wenn ein ägyptischer Ehevertrag in Ägypten vorliegt, heisst es lange noch nicht, dass er eingehalten wird.

wuestensonne

13

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:46

Vielen, vielen Dank für Eure Mühe!!!

Pauline, es tut mir Leid, dass Ihr solche Probleme hattet, obwohl Ihr verheiratet wart.

Liebe Wüstensonne, danke schön für die ausführlichen Informationen, das mit dem Reisen auch im Scheidungsfall wird meine Familie sehr beruhigen. Das werde ich meine Mutter gerade so ausdrucken, wie Du es geschrieben hast. (Sie ist seit fast zwei Jahren Witwe und macht sich große Sorgen um meine Schwester und um mich, auch weil unser Vater nicht mehr da ist.) Du meinst wohl mit dem deutschen Ehevertrag den auf Gütertrennung, der auch während der Ehe geschlossen werden kann, und der ägyptische ist der Islamische Ehevertrag der in Ägypten vor der Hochzeit geschlossen wird? Ich habe mir zwar schon Unterlagen zum Islamischen Ehevertrag usw. schicken lassen, bin aber leider immer noch etwas unbedarft. Also heißt das in jedem Fall, dass ein Islamischer Ehevertrag vor der Hochzeit in Deutschland - in Ägypten wohl sowieso - geschlossen werden sollte? Ist es rechtlich also egal, ob man in Deutschland oder in Ägypten heiratet, wenn man sich mit beidem (Islamischer und Deutscher Ehevertrag) "absichert"? (Meine Familie wird sich wohler fühlen, wenn wir in Deutschland heiraten und auch dort bleiben.)

Nochmal danke und liebe Grüße

Nicole

14

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:47

Hallo Laetita,

wir haben vor 14 Jahren geheiratet in Deutschland. Damals verlangte das Oberwaltungsgericht vor der deutschen Eheschliessung einen deutschen Ehevertrag.

Ja der deutsche Ehevertrag lautet bei uns auf Guetertrennung. Der islamsiche Ehevertrag besagt auch nichts Anderes.

Ich weiss nicht, ob der islamische Ehevertrag in Deutschland annerkannt wird.

Wir haben nur den deutschen Ehevertrag abgeschlossen. Als wir dann Jahre spaeter noch die aegyptische Ehe vollzogen, hat keiner auf dem Generalkonsulat danach gefragt. Fuer mich persoenlich war das nicht mehr so wichtig, weil ich schon vor der deutschen Eheschliessung Muslima war. Somit im Todesfall meines Mannes komplett erbberechtigt.

Du musst Dich halt mal durchfragen bei den verschiedensten Institutionen. Ein Notar (Familienrecht) hilft da auch sehr weiter.

LG
Wuesten

15

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:48

Hallo Wüsten

Du schreibst, dass Du im Todesfall Deines Mannes komplett erbberechtigt bist. Weisst Du, wieviel Prozent des Erbes Dir zustehen ? Ich meine die Information bekommen zu haben, dass es ein Fünftel oder ein Sechstel des Nachlasses ist. Bin mir aber nicht sicher.

Wie kommst Du mit dem Gedanken zurecht, dass Dich - sofern Du selbst nicht über ausreichende Mittel verfügst, Deine Kinder unterstützen müssten ??

Was wäre, wenn Du keinen Sohn hättest ? Wäre dann nicht seine Familie erbberechtigt ? Mit einem höheren Anteil als Dir zustünde ?

LG,
Anubis

16

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:48

Hallo Anubis,

das mit dem komplett Erbberechtigung, bezog sich darauf, dass nur ein muslimischer Ehepartner den anderen beerben kann. Nicht aber, wenn die Ehefrau einer anderen Religion angehört. Dann ist sie nicht erbberechtigt.

Seit wann ist es verwerflich, dass Kinder ihre Eltern im Alter unterstützen??? Kann ich nicht nachvollziehen was dran schlimm ist.

Auch wenn ich nur Töchter hätte, wäre ich erbberechtigt. Selbst dann wenn ich keine Kinder hätte. Sind keine Kinder vorhanden, geht ein Teil des Erbes an die Eltern des Erblassers zurück, aber erst nach dem Anteil, der der Ehefrau zusteht.

Da es verschiedene Varianten gibt folgendes:

Koran > Sure Al-Baqara> Vers 180

Wenn es bei einem von euch aufs Sterben geht, und wenn er Vermögen hinterläßt, ist euch vorgeschrieben, in rechtlicher Weise eine letztwillige Verfügung zugunsten der Eltern und der nächsten Verwandten zu treffen. (Dies gilt) als eine Verpflichtung für die Gottesfürchtigen.


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 7

Den Männern steht ein Teil von der Hinterlassenschaft ihrer Eltern und Verwandten zu, und ebenfalls den Frauen steht ein Teil von der Hinterlassenschaft ihrer Eltern und Verwandten zu. Sei es wenig oder viel. (Das gilt) als vorgeschriebener Anteil.


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 8

Und wenn bei der Teilung (der Erbschaft) Anverwandte, Waisen und Arme zugegen sind, dann laßt ihnen (ebenfalls) etwas davon zukommen und sprecht ihnen freundlich zu!


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 11

Allah verordnet euch hinsichtlich eurer Kinder: Auf eines männlichen Geschlechts kommt (bei der Erbteilung) gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts. Wenn es (ausschließlich) Frauen sind, (und zwar) mehr als zwei, stehen ihnen zwei Drittel der Hinterlassenschaft zu; wenn es (nur) eine ist, die Hälfte. Und den beiden Eltern steht jedem ein Sechstel der Hinterlassenschaft zu, wenn der Erblasser Kinder hat. Wenn er jedoch keine Kinder hat und seine beiden Eltern ihn beerben, steht seiner Mutter ein Drittel zu. Und wenn er (in diesem Fall auch noch) Brüder hat, steht seiner Mutter ein Sechstel zu. (Das alles) nach (Berücksichtigung) einer (etwa) vom Erblasser getroffenen testamentarischen Verfügung oder einer (von ihm hinterlassenen) Schuld. - Ihr wißt nicht, wer von euren Vätern und Söhnen euch im Hinblick auf (den) Nutzen (den ihr von ihm habt) am nächsten steht. (Das gilt) als Verpflichtung von seiten Allahs. Allah weiß Bescheid und ist weise.


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 12

Und von der Hinterlassenschaft eurer Gattinnen steht euch die Hälfte zu, falls sie keine Kinder haben. Falls sie jedoch Kinder haben, steht euch ein Viertel davon zu. (Auch dies) nach (Berücksichtigung) einer (etwa) von ihnen getroffenen testamentarischen Verfügung oder einer (von ihnen hinterlassenen) Schuld. Und euren Gattinnen steht ein Viertel zu von dem, was ihr (Männer) hinterlaßt, falls ihr keine Kinder habt. Falls ihr jedoch Kinder habt, ein Achtel. (Auch dies) nach (Berücksichtigung) einer (etwa) von euch getroffenen testamentarischen Verfügung oder einer (von euch hinterlassenen) Schuld. Und wenn ein Mann oder eine Frau von seitlicher Verwandtschaft (kalaala) beerbt wird und er (bzw. sie) einen Halbbruder oder eine Halbschwester hat, steht jedem von den beiden ein Sechstel zu. Wenn es mehr (als zwei) sind, teilen sie sich in ein Drittel (und zwar) nach (Berücksichtigung) einer (etwa) getroffenen testamentarischen Verfügung oder einer (hinterlassenen) Schuld. Dabei soll niemand schikaniert werden. (Das gilt) als Verordnung von seiten Allahs. Allah weiß Bescheid und ist mild


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 33

Für einen jeden haben wir hinsichtlich der Hinterlassenschaft der Eltern, der nächsten Verwandten und derer, mit denen ihr eine eidliche Bindung eingegangen habt, Erben (Mawaalie) bestimmt. Gebt ihnen ihren Anteil! Allah ist über alles Zeuge.


Koran > Sure An-Nisa'> Vers 176

Man fragt dich um Auskunft. Sag: Allah gibt euch (hiermit) über die seitliche Verwandtschaft (kalaala) (und deren Anteil am Erbe) Auskunft. Wenn ein Mann umkommt, ohne Kinder zu haben, und er hat eine Schwester (von Vater- und Mutterseite her), dann steht ihr die Hälfte zu von dem, was er hinterläßt. Und er beerbt (umgekehrt) sie, falls sie keine Kinder hat. Und wenn es zwei (Schwestern) sind (die einen kinderlos verstorbenen Bruder zu beerben haben), stehen ihnen zwei Drittel der Hinterlassenschaft zu. Und wenn es (verschiedene) Geschwister sind, Männer und Frauen, kommt auf eines männlichen Geschlechts gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts. Allah gibt euch Klarheit (um zu verhindern), daß ihr irregeht. Er weiß über alles Bescheid.


Koran > Sure Al-Anfaal> Vers 72

Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Allahs willen Krieg geführt haben, und diejenigen, die (ihnen) Aufnahme gewährt und Beistand geleistet haben (nasaruu), die sind untereinander Freunde. Für den Schutz derjenigen, die glauben und nicht ausgewandert sind, seid ihr keineswegs verantwortlich, solange sie nicht (ebenfalls) ausgewandert sind. Doch wenn sie sich im Hinblick auf die Religion (des Islam, zu der sie sich ebenso bekennen wie ihr) um Beistand bitten, seid ihr verpflichtet, Beistand zu leisten, es sei denn (sie bitten euch um Hilfe) gegen Leute, mit denen ihr in einem Vertragsverhältnis steht. Allah durchschaut wohl, was ihr tut.


Koran > Sure Al-Anfaal> Vers 75

Und diejenigen, die nachträglich gläubig geworden und ausgewandert sind und mit euch zusammen gekämpft haben, gehören zu euch. Aber die Blutsverwandten stehen einander am allernächsten. (Das ist) in der Schrift Allahs (festgelegt). Allah weiß über alles Bescheid.


LG
Wüstensonne

17

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:49

allo Wüsten

ich persönlich fände es demütigend, wenn ich im Alter auf die Gnade meiner Kinder angewiesen wäre - man mag sein Kind kennen, aber da kommen auch noch die Einflüsse der Ehepartner und deren Familien dazu.

Ich frage auch deshalb, weil ich in Ägypten (und natürlich auch hier) die schlimmsten Prozessierereien ums Erben miterlebe, die Jahrzehnte dauern können ! Und ich habe erlebt, dass der Ehepartner jedes Glas Tee, das die Mutter seiner Frau bei ihm trank, von den Geschwistern zurückgefordert hat. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie sich die Mutter gefühlt hat. Es war demütigend. Und das Geschrei dazu - naja, Du kennst ja die Tonlage, wenn Ägypterinnen geifern, Verzeihung, sich ereifern.

Mir schien das Erbrecht immer sehr kompliziert und unüberschaubar. Mich hat es z.B. erstaunt, dass die Eltern eine Tochter beerbten, obwohl sie 4 Söhne und eine Tochter hinterließ. Auch beim Tod eines Sohnes erben die Eltern, selbst wenn er Kinder (Töchter und Söhne) hat.

Ich verstehe es jetzt so, dass eine muslimische Ehefrau Anspruch auf ein Drittel der Hinterlassenschaft des Ehemannes hat, aber umgekehrt, der Ehemann die Hälfte von dem erbt, was seine Frau hinterlässt. Er bekommt also von ihr das Doppelte von dem, was sie von ihm bekommt. Richtig ?

Ich verstehe auch, dass ein Sohn doppelt so viel bekommt, wie eine Tochter - aber wieviel bekommt dann noch seine Verwandschaft ??

LG
Anubis

18

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:49

Hallo Anubis,

verstehe schon was Du sagen willst. Aber hast Du z.B. Deine Eltern nicht unterstützt? Die Frage ist zu privat. Dann besser für Dich allein beantworten.

In Zahlen kann ich das nicht ausdrücken bei Deiner Frage, weil das ist im Endeffekt ein Rechenexempel. Damit habe ich zudem auch nicht mit befasst, wie hoch der Anteil eines Erbes sein kann zahlenmässig.

Vorgegangen wird so, was Du sicher auch weisst.

Sind Schulden vorhanden, müssen die erst beglichen werden. Der Rest vom Vermögen wird genommen, dann bekommt die erstberechtigte Person davon seinen Teil. Dann der verbliebene Rest geht an die nächste erbberechtigte Person. Usw.

LG
Wüstensonne

19

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:50

Hallo Wüsten

natur- bzw. altersgemäß hat das Erbrecht für mich eine größere Bedeutung, als es das noch vor 10 Jahren hatte. Klaro, ich verstehe, dass Du Dich noch nicht so intensiv damit befasst.

Natürlich hätte ich meine Mutter unterstützt, wenn es nötig gewesen wäre, aber ich weiß, dass meine Mutter todunglücklich gewesen wäre. Sie hat ihre finanzielle Unabhängigkeit gerade im Alter genossen und es hat sie glücklich gemacht, dass sie ihrerseits andere unterstützen konnte. Das gibt ein gutes Selbstbewusstsein.

Mein Mann macht sich Gedanken, wie er mich vor den Hyänen und Geiern schützen kann - und es scheint mir nicht so einfach zu sein ...

Als der Mann meiner Schwägerin im letzten Israel-Krieg fiel, war ihr Sohn gerade mal zwei Jahre alt. Damals beerbten seine beiden Eltern ihn - der Vater war immerhin General, also kein armes Würstchen !!! - und alle Demarchen, ihn dazu zu bewegen, zugunsten seines Enkelsohnes auf seinen Erbanteil zu verzichten, waren vergeblich.

LG,
Anubis

20

Dienstag, 2. Oktober 2007, 10:51

Ich weiß, dass es in Ägypten normal ist, ich weiß aber auch, welche Probleme damit zusammenhängen. Oft est es der Anlass für viel Streiterei unter den Geschwistern darüber, wer was und wieviel bezahlen soll. In Deutschland besteht ja wenigstens die Möglichkeit, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, aber frag mal in Ägypten jemand, ob er eine Lebensversicherung hat ! Ich habe zwei Fälle in Ägypten erlebt, wo der Vater schon betagt noch eine junge Frau geheiratet hatte und etliche neue Kinder in die Welt setzte. Der Sohn in Deutschland musste für alle aufkommen. Wenn Operationen oder sonst Aussergewöhnliches anfiel, dann wurden Onkel und Neffen verpflichtet, diese Kosten zu übernehmen. Und als der Vater starb kam das Problem, wer versorgt jetzt die Witwe

Ich meine, dass nach dem deutschen Erbrecht, zwar die Eltern oder Großeltern erbberechtigt sind, nicht aber die Geschwister. Bist Du Dir sicher ?? In Ägypten ist eben die Frage, ob, wenn ein entsprechendes Testament vorliegt, die nicht-muslimische Ehefrau ihren muslimischen Ehemann beerben kann. So viel ich weiß geht das nicht, oder hast Du andere Informationen ??

LG,
Anubis

__