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Mittwoch, 10. Oktober 2007, 19:01

Nawal el Saadawi

erstellt von zarah

Ärztin, Feministin und Schriftstellerin

Zitat

Nawal el Saadawi wurde 1931 in dem Dorf Kafr Tahla im ägyptischen Delta geboren. Im Jahre 1955 schloß sie ihr Medizinstudium an der Universität Kairo ab und arbeitete auf dem Land und in der Stadt als Allgemeinmedizinerin und in der Psychatrie. Später wurde sie Leiterin der Behörde für Gesundheitswesen in Ägypten. Damals machte sie zum ersten Mal auf sich aufmerksam, da sie sich zur Prostitution und der sexuellen Ausbeutung in der arabischen Welt äußerte. Sie griff Themen auf, die in der Gesellschaft tabuisiert waren und vorher nicht öffentlich diskutiert wurden, wie beispielsweise die weibliche Beschneidung, den Inzest und Geschlechtskrankheiten. In einem ihrer bekanntesten Bücher 'Tschador-Frauen im Islam' beschreibt sie eindringlich, wie sie selbst im Alter von 6 Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester nachts aus dem Bett gezerrt wurde und die grausame Sitte der Beschneidung über sich ergehen lassen mußte. Das alles geschah in Gegenwart ihrer eigenen Mutter, die das Geschehen lächelnd billigte. Diese traumatisierende Erfahrung verfolgte Saadawi bis weit ins Erwachsenenalter hinein und während ihrer Tätigkeit als Landärztin sollte ihr dieses Brauchtum noch oft begegnen. Die von ihr behandelten Mädchen hatten oftmals schwere gesundheitliche und psychische Schäden durch den Eingriff davongetragen.
Wegen ihrer gewagten Veröffentlichungen verlor sie 1972 ihren Posten in der Gesundheitsbehörde und während der Regierungszeit Sadats mußte sie 1981 wegen ihrer offenen politischen Meinungsäußerungen sogar ins Gefängnis.


Quelle und hier weiter lesen

Homepage Nawal El Saadawi

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Mittwoch, 10. Oktober 2007, 19:02

Nun ist es soweit, Nawal El Saadawi lebt jetzt in Amerika.

Zitat

Nawal El Saadawi wirkt nicht wie jemand, der mit dem Tod bedroht wird. Vor ein paar Monaten hatte die Al-Azhar-Universität in Kairo, die höchste islamische Autorität der Welt, ihr letztes Theaterstück, «Gott quittiert den Dienst während des arabischen Gipfeltreffens», für gotteslästerlich befunden. Das kann die Todesstrafe bedeuten. El Saadawi verliess Ägypten, und jetzt steht sie vor dem Haus einer Kollegin im amerikanischen Flint. Sie hat ein Tischchen mit Tee und zwei Stühle in den Rasen gestellt und freut sich über den sonnigen Tag. «Fast wie in Ägypten», sagt die 76-jährige Schriftstellerin lachend.


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Mittwoch, 10. Oktober 2007, 19:55

Zitat

Eine aufrichtige Liebesgeschichte kann gefährlicher sein als ein Koffer voller Sprengkörper oder Zeitbomben, da sie den innersten Kern der Korruption in der Gesellschaft aufdeckt


Zitat

Ich bin Ärztin", sagt sie, "ich weiss, dass man sich seines Lebens nie sicher sein kann. Wenn man sich jeden Tag vor dem Tod fürchtet, stirbt man jeden Tag. Ich ziehe es vor, ein einziges Mal zu sterben.


Quelle

sehr lesenswert ist dieser artikel !!!

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yabinti

Hatschepsut

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Sonntag, 10. Juni 2012, 12:04

Interview mit Nawal el Saadawi (Februar 2011)

Zitat

In diesen Stunden der Turbulenzen und der Hoffnung hat Nawal El Saadawi sich einen Moment Zeit genommen, um auf unsere Fragen zu antworten. Die ÄgypterInnen nennen die frühe Feministin und Freiheitskämpferin liebevoll die „Löwin vom Nil“. Tatsächlich hatte Nawal immer einen Löwinnenmut gehabt. Die Ärztin hat schon in den 1960er Jahren ein erstes Buch gegen die Klitorisverstümmelung veröffentlicht, war beim Sturz der Monarchie aktiv, unter Sadat im Gefängnis und unter Mubarak im Exil. Sie hat immer in engem Kontakt mit westlichen Feministinnen gestanden, darunter Alice Schwarzer, die sie 1986 in Köln besuchte. Lebenslang kämpfte und hoffte die heute 80-Jährige auf Freiheit für Ägypten


Interview in EMMA

ma-salama مع السلامة
yabinti


:arabdealer:

pauline

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Montag, 11. Juni 2012, 22:02

Danke für den Link, yabinti.
Letztes Jahr kursierte während der Revolution ein Video von ihr, in dem sie von den Ereignissen auf dem Tahrir-Platz erzählt hat...
Eine wirklich mutige Frau!

Gruß

Pauline
"Die Wüste ist schön", fügte der kleine Prinz hinzu. Und das war wahr. Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und währenddessen strahlt etwas in der Stille...(Antoine des Saint-Exupery)
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