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Maria

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1

Sonntag, 16. Oktober 2011, 18:35

Ägyptens Militärrat stellt Diskriminierung unter Strafe

Habe diesen Artikel mal hier eingestellt, da es ja nicht nur um religiöse Dinge geht:

Zitat

Der ägyptische Militärrat hat ein Gesetz gebilligt, das Diskriminierung unter Strafe stellt. Wer jemanden aufgrund "seines Geschlechts, seiner Herkunft, Sprache, Religion oder seinen Überzeugungen" benachteilige, müsse 30.000 Ägyptische Pfund (etwa 3600 Euro) Strafe zahlen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Mena. Einem wegen Diskriminierung verurteilten Regierungsangestellten drohen demnach mindestens drei Monate Haft und mindestens 50.000 Pfund Strafe.


Ägyptens Militärrat stellt Diskriminierung unter Strafe
LG MARIA
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Melissa

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2

Sonntag, 16. Oktober 2011, 19:30

Ich verstehe das alles nicht. Hab gerade im anderen Forum die Verfassung nachgelesen und da steht unter §40

Zitat

All citizens are equal before the law. They have equal public rights and
duties without discrimination due to sex, ethnic origin, language,
religion or creed.
Das Verbot der Diskriminierung steht doch schon seit eh und je in der Verfassung. Hätte man nur durchsetzen müssen in all den Jahren.
Liebe Grüße,
Melissa

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Bea

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3

Sonntag, 16. Oktober 2011, 20:40

Ich kenne den Inhalt von § 40 nicht, aber sind denn dort auch Strafen festgelegt?
Frdl. Gruß Bea

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Maria

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4

Montag, 17. Oktober 2011, 06:21

Nein Bea, dort sind natürlich keine Strafen hinterlegt. Und liest man sich die ägyptische Verfassung durch, so kann man featstellen, dass Papier doch sehr geduldig ist.
Außerdem gehe ich mal davon aus, dass die Mehrzahl der Ägypter den Inhalt der verfassung gar nicht kennen, In sofern ist dieser Beschluss einschließlich der Angabe des Strafmasses nicht verkehrt.....
Des weiteren steht dieser Passus ja auch in den internationalen Menschenrechten, die Ägypten ja auch mit unterschrieben, aber nie eingehalten, hat.

Die ägyptische Verfassung, allerdings in Englisch findet ihr hier:
ägyptische Verfassung
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Melissa

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5

Montag, 17. Oktober 2011, 09:47

Hallo Maria



Da muss ich dir leider widersprechen. Ägypten hat NICHT die Genfer
Menschenrechtskonventionen (also die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte) unterschrieben. Die islamischen Länder haben statt
dessen eine eigene Menschenrechtserklärung erstellt (Al
Azhar-Universität), die ganz wesentlich von der Genfer
Menschenrechtskonvention abweicht - denn hier ist überall über die
Menschenrechte die Scharia und der Islam gestellt - was dann einige Menschenrechte ad absurdum führt.



Ich verlinke euch beide hier mal, damit ihr selbst vergleichen könnt.



Genfer Menschenrechtskonvention bzw. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam:
http://www.dailytalk.ch/wp-content/uploa…20der%20OIC.pdf

Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel, um die es geht!

So steht z.B. bei der Islamischen Version drin:

Zitat

Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und das Recht auf Leben wird jedem Menschen garantiert. Es ist die Pflicht des einzelnen, der Gesellschaft und der Staaten, dieses Recht vor Verletzung zu schützen, und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt.
Während es in den Allgemeinen Menschenrechtskonventionen heißt:

Zitat

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Das sind also wesentliche Unterschiede, von denen ich hier spreche! Denn die Kairoer Erklärung schränkt die Menschenrechte gewaltig ein, indem sie das islamische Recht überordnet (übrigens quer durch die Erklärung). Das Leben ist nur soweit geschützt, wie jemand nicht gegen die Scharia verstößt - dann wird er nämlich im härtesten Falle doch hingerichtet - etwas, was die Allgemeine Erklärung komplett ausschließt.

@Bea: ich hatte den §40 doch wortwörtlich zitiert ;)
Liebe Grüße,
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Bea

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6

Montag, 17. Oktober 2011, 10:20

Vielen Dank Melissa. Das ist ja erstaunlich, dass Artikel 40 nur aus einem Satz besteht. Das hätte ich nichtgedacht.

Maria, darauf wollte ich hinaus. Ich kann mir schon vorstellen, dass im besagten Artikel letzlich nur die Diskriminierung verboten wird. Insofern sehe ich ein Gesetz, das tatsächlich von Strafe spricht, nicht als überflüssig an. Denn nun zieht Zuwiderhandlung Strafe nach sich, das war vorher nicht so. Diskriminierung war zuvor zwar verboten, blieb jedoch ohne Konsequenz, wenn sie dennoch erfolgte.
Frdl. Gruß Bea

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Anck-Su-Namun

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7

Montag, 17. Oktober 2011, 13:44

für mich ist es ehrlich nur warme luft, ich glaube nicht das sie sich jemals an das gesetz halten werden, eher dass das militär dieses gesetz für sich zu eigen macht und dann auch noch leute wegen angeblicher diskriminierung der armee etc. anklagt.

die arabischen länder sind ja so gut wie alle, diktaturen oder königreiche, was auch einer art diktatur gleicht, siehe marokko, denen dort gehts auch serh schlecht weil der könig sie ausbeutet.

wo ich zustimmen kann, das der ägypter wahrscheinlich nicht mal weiss, das es solche gesetze gibt und er sie auch einhalten muss. manchen ist se total egalm, andere sehen es als "empfehlung" an, d4ran halten tut sich eh keine sau, die polizei setzt es auch nich durch, sondern nach tageslaune oder erfinden eigene gesetze.

das wäre wirklich mal interessant zu wissen, wieviele ägypter überhaupt wissen, das es gesetze gibt (ausser der scharia) und man sie einhalten muss.