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pauline

Pyramidenforscherin

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1

Montag, 13. Juli 2009, 21:55

Gefahr für den verzauberten Garten

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, aber doch interessant:

Zitat

Wie zum Beispiel in Ägypten. In den vergangenen zehn Jahren hat der Tourismus am Roten Meer einen unvergleichlichen Boom erlebt. Die Küste wird mit immer neuen Hotelanlagen zugebaut. So karg die Wüstenlandschaft hier ist, so farbenfroh ist das Leben unter Wasser. Die Korallenriffe liegen oft direkt am Ufer und sind für Schwimmer und Schnorchler leicht zu erreichen.

Viele Urlauber wissen nicht, dass sie es nicht bloß mit Steinen, sondern mit empfindlichen Lebewesen zu tun haben. Vor den Hotelanlagen von Sharm el Sheik, Hurghada oder Marsa Alam stellen sich Schwimmer und Schnorchler mit den Flossen auf zarte Geweihkorallen, machen Urlauber ihren Abendspaziergang auf dem Dach des Riffs, das bei flachem Wasserstand direkt unter der Oberfläche liegt. Die ägyptischen Hotels klären ihre Gäste nicht darüber auf, dass sie ein empfindliches Ökosystem zerstören. Statt dessen empfehlen sie Badeschuhe, die vor Verletzungen schützen. Kein Wunder, viele Hotels haben Bootsstege oder sogar Gebäude auf die Riffe gebaut. In Souvenirläden ägyptischer Flughäfen werden Ketten aus echten Korallen verkauft, obwohl der Handel damit offiziell unter Strafe steht.

Auch der Boom des Tauchtourismus trägt zur Zerstörung bei. "Manche Taucher bewegen sich unter Wasser wie Bulldozer und schlagen mit ihren Geräten und Flossen ganze Äste von Korallenstöcken ab", klagt Patrice Molinier, der als Tauchlehrer in Hurghada arbeitet. Allein hier gibt es 150 Tauchbasen, die täglich mindestens 1 000 Leute unter Wasser bringen. Gerade Anfängern fehlt meist die Kontrolle, sie sinken wie Steine nach unten, wirbeln Sand auf, der sich auf die Korallen legt oder stoßen gegen das Riff. In vielen Regionen des Roten Meers sind die Korallenstöcke abgestorben und grau wie Schutthaufen.


Den ganzen Artikel gibts hier: http://www.berlinonline.de/berliner-zeit…0006/index.html

2

Samstag, 9. Januar 2010, 01:13

Letzte Tage im Paradies

Ich habe gerade auf Phoenix eine erschütternde Dokumentation über die Umweltzerstörungen am Roten Meer durch den Massentourismus gesehen. Am 12.01. um 00:00 Uhr gibt es eine Wiederholung ! Muss man unbedingt sehen !!!!!



Zitat

Letzte Tage im Paradies
Wie Tauchtouristen die Unterwasserwelt zerstören


Weichkorallen sind im Roten Meer auch durch überbordenden Tauchtourismus bedroht. Sie sind äußerst emfindlich, schon eine Berührung mit Flossen kann sie dauerhaft schädigen. (Quelle: PHOENIX/ WDR/ Johannes Höflich)
Deutsche Tauchtouristen haben ein neues Paradies entdeckt: die Korallenriffe im Roten Meer. Vier Millionen Sporttaucher kommen inzwischen Jahr für Jahr nach Ägypten, der Großteil aus Deutschland. Die Küste wird zum neuen Mallorca. Dieser Boom hat seine Kehrseite: Die Massen von Tauchern, darunter unzählige Tauchrowdies, zerstören ein einzigartiges Unterwasserparadies.

Auch an Land nimmt die Umweltzerstörung ihren ungehemmten Lauf. Neue Hotelanlagen entstehen, der Müll wird täglich im Meer entsorgt. Eine regelrechte Decke vor allem aus Tonnen von Plastikmüll liegt auf vielen Buchten. Inzwischen wehren sich die Bewohner gegen die rücksichtslosen Touristen und Reiseveranstalter vor allem aus Deutschland. Die Bürger haben sich zur größten Umweltbewegung Ägyptens zusammengeschlossen und wollen die Zerstörung ihrer einzigartigen Unterwasserwelt aufhalten. Doch kann das überhaupt noch gelingen?

Sendetermine
Fr, 08.01.10, 23.15 Uhr
Di, 12.01.10, 00.00 Uhr

Der Film dokumentiert die letzten Tage in einem bedrohten Paradies: Eindrucksvolle Unterwasseraufnahmen des bekannten Tauchkameramanns Jörg Matzky zeigen die Schönheit, aber auch die Zerstörung der Korallenriffe im Roten Meer. Filmautor Johannes Höflich ist selbst Sporttaucher und hat sich mit Dokumentationen über das Tauchen einen Namen gemacht. Er zeigt den beklemmenden Wettlauf zwischen Umweltschützern und Umweltzerstörern.

Dokumentation von Johannes Höflich


http://www.phoenix.de/content/phoenix/di…atum=2010-01-08

kasa250g

unregistriert

3

Samstag, 9. Januar 2010, 11:08

Re: Gefahr für den verzauberten Garten

Ich hab es auch gesehen und fand es auch erschreckend, was dieser Tauchtourismus anrichtet :A36:

4

Samstag, 9. Januar 2010, 16:54

Re: Gefahr für den verzauberten Garten

Ich wusste nicht, auf wen sich mein Zorn mehr richten sollte - auf die Touristen, die ohne Verstand und Verantwortungsbewusstsein, ohne einen Funken Kenntnis von dieser Einmaligkeit der Natur und ihrer Fragilität handeln, oder auf die Einheimischen, die die Naturschätze ihres Landes zerstören aus Dummheit und Raffgier.

Mein Zorn wurde nur gemildert durch den Umstand, dass es jetzt ägyptische Naturschützer gibt, die diesem Treiben Einhalt gebieten wollen, auch wenn ich über ihren Erfolg letztlich skeptisch bleibe. Solange die ägypt. Regierung Profit vor Eigeninteresse stellt und solange stupide Touristen wie die Vandalen über dieses Land herfallen und VOR ALLEM, solange die Tourismus-Industrie sich nicht selbst zum Erhalt der Natur verpflichtet, von der sie schliesslich leben und die deutschen Reiseveranstalter ihre Kunden nicht aufklären, BEVOR sie nach Ägypten fliegen und sie im Land an die Kandare nehmen, ist absehbar, dass dieses Naturparadies am Roten Meer unwiderbringlich verloren sein wird.

Es gibt in diesem Forum doch auch Taucher - was sagen die dazu ????

Poseidon23684

unregistriert

5

Mittwoch, 1. Juni 2011, 18:40

Ich wusste nicht, auf wen sich mein Zorn mehr richten sollte - auf die Touristen, die ohne Verstand und Verantwortungsbewusstsein, ohne einen Funken Kenntnis von dieser Einmaligkeit der Natur und ihrer Fragilität handeln, oder auf die Einheimischen, die die Naturschätze ihres Landes zerstören aus Dummheit und Raffgier.

Mein Zorn wurde nur gemildert durch den Umstand, dass es jetzt ägyptische Naturschützer gibt, die diesem Treiben Einhalt gebieten wollen, auch wenn ich über ihren Erfolg letztlich skeptisch bleibe. Solange die ägypt. Regierung Profit vor Eigeninteresse stellt und solange stupide Touristen wie die Vandalen über dieses Land herfallen und VOR ALLEM, solange die Tourismus-Industrie sich nicht selbst zum Erhalt der Natur verpflichtet, von der sie schliesslich leben und die deutschen Reiseveranstalter ihre Kunden nicht aufklären, BEVOR sie nach Ägypten fliegen und sie im Land an die Kandare nehmen, ist absehbar, dass dieses Naturparadies am Roten Meer unwiderbringlich verloren sein wird.

Es gibt in diesem Forum doch auch Taucher - was sagen die dazu ????
Ich hole auch diesen älteren Eintrag mal wieder aus der Versenkung.

Sogenannte ägyptische Naturschützer sind so wirkungsvoll und einflussreich wie Kaninchendraht um ein Maisfeld, in das eine Rotte Wildschweine hinein will.

Hotelbesitzern, Tauchbasen, Anbietern von Schnorcheltouren, Reiseveranstaltern ist diese gesamte Thematik völlig egal!
Die meisten Touristen gehen sowieso nur in den Pool, es gibt mehrfach in Foren Forderungen, Netze ins Wasser vor den Stränden zu stellen, damit in der Badezone keine Fische rumschwimmen.

Für Tauchbasen sind die Riffe kostenloses Betriebskapital. Mangels Kenntnis sind fast alle ihrer Kunden glücklich, wenn sie pro Tauchgang 15 kleine bunte Fische am ansonsten kaputten Riff sehen. Und ist das Riff ganz kaputt, wird abgebaut und woanders hingezogen.

Schnorchelveranstalter scheuen sich ja wegen Kommerz nicht mal, täglich über 1000 Leute nach Giftun zu karren, was damit faktisch zu einer Riesenkloake wird. Wer dann keinen massiven Durchfall bekommt, hat ein supergutes Immunsystem!

Reiseveranstalter und Reisebüros leben vom Verkaufen incl. Wechsel des Zielgebietes. Momentan freuen sie sich ein Loch innen Bauch, denn wegen Ägyptenkrise verkaufen sie Kanaren und Mittelmeer für mehr Geld wie warme Semmeln, und an jeder verkauften Reise verdient ein Reisebüro ca. 10 %.

yabinti

Hatschepsut

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6

Mittwoch, 1. Juni 2011, 19:51

Zitat

Im Oktober 2005 führte "Reef Check" eine Studie in der al-Kuadim-Bucht durch.


Zitat

Das Ergebnis der Riffforscher zeigt, dass die Bemühungen der Tauchbasis Erfolg haben: In der Bucht kamen 91 Prozent aller Steinkorallenarten des nördlichen Roten Meeres vor, Weichkorallen bedeckten neun Prozent der Fläche, Hartkorallen 37 Prozent und der Anteil der kürzlich abgestorbenen Korallen belief sich insgesamt auf lediglich ein halbes Prozent. Das Fischaufkommen bezeichneten die Experten gar als "vergleichbar mit dem in einem Naturschutzgebiet


Also kann man diesen Bericht auch in die Tonne kloppen? Das ist genau das, was ich mal im TV als Reportage gesehen habe.

Ökotourismus


:so what:

ma-salama مع السلامة
yabinti


:arabdealer:

Poseidon23684

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7

Mittwoch, 1. Juni 2011, 20:18

Wer weiß, wie Reef Check funktioniert und arbeitet,
wer weiß, welche belanglose US-Universität angeblich die Ergebnisse aufbereitet und wohl aus guten Gründen fast nichts publiziert,
wer weiß, dass Reef Check in Ägypten mitnichten Langzeitstudien macht über Riffveränderungen, sondern mal hier, mal da auf Einladung von Tauchbasen ist, die damit Kunden anlocken und den Reef Check-Leuten Flug, Edelunterkunft und Honorar zahlen,
der spendet keinen toten Fliegenpilz für die Organisation!

Das Ding ist ein Fake mit großem Namen! Tatkräftig unterstützt von PADI als Marketingidee und wissenschaftlich gesehen so belanglos wie der umfallende Sack Reis in China.

Wenn ich aber Fotos vom Hurghada-Tauchplatz Gota Abu Ramada von vor 15 Jahren hätte (einer der Massenplätze, wo sie jeden Tauchdeppen versenken) und eines von heute am gleichen Ort zum Vergleich, kämen hier vielen die Tränen, der Platz ist heute total kaputt und war mal eines der Highlights. Carless Reef ist auch hinüber seit dem Wegfangen der Haie, Umm Gamar ist mausetot bis in große Tiefe vermutlich durch strömungsbedingte Infiltration der nördlich gelegenen Ölfelder usw., aber all das will Reef Check gar nicht wissen.

yabinti

Hatschepsut

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8

Mittwoch, 1. Juni 2011, 20:38

seufz.... bin zu naiv und gutgläubig für diese Welt

ma-salama مع السلامة
yabinti


:arabdealer:

Poseidon23684

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9

Mittwoch, 1. Juni 2011, 21:17

Die gesamte Konsumentenwelt wird veräppelt von wohlklingender Werbung! Eine rechteckige Kiste mit Standfuß und LCD-Bildschirm drin ist bei Aldi Nord in der Werbung ein "Design"-Monitor, sogar eine schwarze Minikiste, in der eine externe Festplatte steckt, wird als "Design ..." beworben
Ein Spiralbohrer, der wirklich gar nichts taugt, ist im Baumarkt als "Profi" etikettiert.
Hinter tollen Eigenmarken an der Fleischtheke mit glücklichen Kühen und Schweinen auf der Koppel stecken auch nur Massenhaltungstiere, gleiches gilt für "Alpenmilch".
Bei uns macht alle vier Wochen ein Perserteppichladen heftig per Zeitungsanzeige jammernd Konkurs, den vorher niemand kannte und der angeblich immer 50.000 wertvolle Teppiche auf Lager hat und immer mit 70 % Rabatt verkauft.

Und die Werbung baut in allen Bereichen darauf, dass der Konsument doof ist und alles glaubt. Von dir eventuell bezahlte und gefakte, gedruckte Werbung heißt übrigens Tauchen oder Unterwasser auf dem Titelblatt. Geh davon aus, dass nahezu keiner der Reiseberichte samt Fotos den Realitäten entspricht, wenn du dort ankommst. Die ziehen gnadenlos 10 Jahre alte Bilder aus dem Archiv als Illustration, wenn heute das Tauchgebiet fast tot ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Poseidon23684« (1. Juni 2011, 21:23)


yabinti

Hatschepsut

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10

Mittwoch, 1. Juni 2011, 21:32

Hm, da haste Recht. Ich selbst kaufe selten eine Zeitschrift (da die meisten Seiten fast nur aus Werbung besteht), ebenso fliegen Prospekte ungelesen in den Müll. Kaufe eh aus Zeitmangel in ein und dem selben Laden.

ma-salama مع السلامة
yabinti


:arabdealer:

Egyptdive

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11

Donnerstag, 2. Juni 2011, 15:41

Also was will man machen??

Ich weis nicht wie das in den anderen Ländern ist, aber es gibt in Ägypten eine Guidepflicht!!!!!!!!!! Es wird nur immer an den Hausriffen ausser Kraft gesetzt weil die Coastguard in den Hotels nicht kontrolliert. Die Coastguard kontrolliert auch nicht Unterwasser. Dort sind die Guides und TL`s verantwortlich dafür das die Taucher nicht anfassen oder mitnehmen.

Nur darin liegt das Problem!!!! Die Guides erwähnen so nebenbei mal in den Briefing, nicht anzufassen usw., Doch dann fassen sie selber alles an. Nur leider bekommt man in 95% der Fälle diese Affen nicht zu fassen. Selbst wenn man sie meldet, bekommen Sie ein klopfer auf die Finger und das wars.

Das ist leider nicht nur bei den ägyptischen Guides so!!! Leider auch bei den ausländischen Guides!!!!!!

Ich schäme mich dafür dass es denen nur ums Geld geht.

Denn wenn Sie den Tauchern zeigen wie sie mit einer Muräne spielen oder einen Skorpionfisch auf die Hand nehmen oder einen Oktupus aus dem Loch rausziehen.

Dann hoffen sie natürlich auf mehr Trinkgelder!!!

;nogo; ;nogo; ;nogo; ;nogo; ;nogo; ;nogo; ;nogo; ;nogo;

Aber was ist die Aufgabe eines Guides
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Die Aufgabe eines Guides ist doch in 1. Linie eine Gruppe Taucher in einen Gebiet zu betreuen und führen das ihnen nicht bekannt ist. Sie zu briefen was sie vielleicht in dem Gebiet sehen können. Sie briefen wie sie sich zu verhalten haben Unterwasser. Eingreifen wenn es zu Problemen kommt.

Das ist die Aufgabe eines Guides!!!!

Wie ich noch als Guide gearbeit habe, habe ich auch immer gute Trinkgelder bekommen, aber nicht weil ich Tiere aus ihrem Habitat gerissen oder auch noch mit ihnen gespielt habe. Sondern weil ich mit den Tauchern gesprochen habe was sie machen wollen, Vorschläge zu den nächsten Tauchgängen gemacht und dementsprechend die Tauchplätze ausgesucht. Wenn die Gäste zufrieden sind mit dem was man organisiert, dann gibt es auch entsprechende Trinkgelder auch ohne die Natur zu verstören.
LG

Willy

Poseidon23684

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12

Donnerstag, 2. Juni 2011, 18:53

Also was will man machen??

Ich weis nicht wie das in den anderen Ländern ist, aber es gibt in Ägypten eine Guidepflicht!!!!!!!!!! Es wird nur immer an den Hausriffen ausser Kraft gesetzt weil die Coastguard in den Hotels nicht kontrolliert. Die Coastguard kontrolliert auch nicht Unterwasser. Dort sind die Guides und TL`s verantwortlich dafür das die Taucher nicht anfassen oder mitnehmen.

Nur darin liegt das Problem!!!! Die Guides erwähnen so nebenbei mal in den Briefing, nicht anzufassen usw., Doch dann fassen sie selber alles an. Nur leider bekommt man in 95% der Fälle diese Affen nicht zu fassen. Selbst wenn man sie meldet, bekommen Sie ein klopfer auf die Finger und das wars.

Die Aufgabe eines Guides ist doch in 1. Linie eine Gruppe Taucher in einen Gebiet zu betreuen und führen das ihnen nicht bekannt ist. Sie zu briefen was sie vielleicht in dem Gebiet sehen können. Sie briefen wie sie sich zu verhalten haben Unterwasser. Eingreifen wenn es zu Problemen kommt.

Ja, es gibt eine Guidepflicht. Aber es ist (bei entsprechender Erfahrung der Taucher) absolut ausreichend und erlaubt, dass der Guide vom Boot oder von Land aus das Tauchgebiet beobachtet, er muss nicht im Wasser sein.

Stichwort Coastguard: Ich habe in all den vielen Tauchjahren in Ägypten, von Nuweiba bis tiefen Süden, nicht ein einziges Mal sowas wie eine Coastguard gesehen. Wenn es sie gibt, dann verstecken sie sich gut. Ebenso hat noch nie irgend ein Offizieller in der Zeit, als ich noch einge eigene CDWS-Karte hatte, diese sehen wollen.

Das Problem, dass irgend etwas von Tauchern angefasst wird und dadurch kaputtgeht, sehe ich nur als marginale Erscheinung. Auch das Mitführen von Messer und Handschuhen ist schließlich NICHT verboten, wohl aber deren Benutzung zum Grabbeln und Meucheln. Die viel größeren Riffschäden produzieren die Taucher mit ihren Flossen, und da kommt wieder die unzureichende Tauchausbildung ins Spiel. Ganz viele Leute beherrschen weder einen korrekten Flossenstil noch eine umweltschonende Horizontallage im Wasser, denn oft wird es ihnen gar nicht beigebracht, weil es nicht in den engen Zeitrahmen der Schnellkurse passt und die Kurse sowieso fast ausschließlich am Grund kniend ablaufen. Es ist also primär das Manko sowohl der damals ausbildenden Tauchlehrer, darauf nicht zu achten. Sekundär aber vor allem eine gravierende Unterlassung durch die Tauchlehrer und Guides bei den Kunden einer Basis.

Konsequent und riffschonend wäre es, solche Kandidaten nach der ersten Beobachtung solchen Fehlverhaltens regoros von weiteren Tauchgängen auszuschließen und sie verpflichtend unter Anleitung und Aufsicht so lange im Flachbereich über Sand üben zu lassen, bis sie es können. Du wirst dafür viel Sandfläche und viele Leute benötigen, denn dieses Problem zeigen nach meinen Erfahrungen mindestens 1/3 aller Kunden einer Urlaubsbasis. Oder du brauchst keine Leute und keine Sandfläche, weil sich all diese Kunden wütend empört von der Basis verabschieden und die Basis bald pleite ist..

Konsequent wäre es auch, Leuten ihre Digitalkamera so lange wegzunehmen, bis die Tarierung ins Unterbewusstsein übergegangen ist. Aber auch das gibt Megamecker von den Kunden.

Guideaufgabe, Taucher durch ein ihnen nicht bekanntes Gebiet führen: Fast jeder Tauchspot ist so simpel strukturiert, dass ein Blick auf eine Riffkarte ausreicht, um den Weg hin und wieder zurück ohne Guide zu finden. Ein Guide ist für Leute, die tauchen können, bestenfalls sinnvoll, um eine versteckte Besonderheit zu finden (Beispiel wäre die dreifarbige Anemone an Daedalus). Und die Guidefunktion als UW-Gouvernante brauchen bestenfalls blutige Anfänger und total aus der Übung gekommene, für letztere wiederum wäre ein Auffrischungskurs wesentlich sinnvoller.

Positiv ist nur, dass
erstens in fast allen Tauchgebieten Ägyptens alle Basen immer die gleiche eingeschränkte Auswahl an Spots anfahren, alle anderen Spots sind oft sehr intakt,
zweitens fast alle Guides mit den Gruppen ganz stur immer den gleichen Weg tauchen wie die Rehe auf dem Wildwechsel im Wald und man oft nur wenige Meter daneben weitgehend intaktes Riff findet,
drittens unterhalb 30-40 m weder Taucherhorden noch kaputtes Riff sind.

marsil

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13

Donnerstag, 2. Juni 2011, 22:26

ich muss mich jetzt doch mal einklinken, poseidon, du schreibst das den tauchbasen diese thematik völlig egal ist. ich arbeite selber auf einer der ältesten tauchbasen in hurghada und uns ist es keinesfalls egal, wenn jemand die riffe antatscht oder ähnliches. in unseren briefings wird immer daurauf hingewiesen, wie man sich zu verhalten hat. auch sind unsre tuachguides keine deppen, sondern gehen individuell auf unsere taucher ein und achten daruaf das sich jeder so verhält das es dem roten meer dienlich ist.

Poseidon23684

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14

Freitag, 3. Juni 2011, 11:46

ich muss mich jetzt doch mal einklinken, poseidon, du schreibst das den tauchbasen diese thematik völlig egal ist. ich arbeite selber auf einer der ältesten tauchbasen in hurghada und uns ist es keinesfalls egal, wenn jemand die riffe antatscht oder ähnliches. in unseren briefings wird immer daurauf hingewiesen, wie man sich zu verhalten hat. auch sind unsre tuachguides keine deppen, sondern gehen individuell auf unsere taucher ein und achten daruaf das sich jeder so verhält das es dem roten meer dienlich ist.
Klar, du musst sowas pro deinen Arbeitgeber schreiben. Und deine Kernaussagen hörst du mit gleichem Inhalt auch von jeder anderen Basis seit etlichen Jahren. Es ist dann geradezu merkwürdig, dass an viel betauchten Riffen die Biosphäre immer kaputter und toter wird.

Glaube mir bitte, ich habe im Laufe der Jahre so viele geguidete Taucherhorden mit ihren Flossen aufs Riff einprügeln gesehen und der Guide hat nichts dagegen unternommen, dass ich solchen Sätzen keinen Glauben mehr schenke. Nicht nur ich habe von sowas auch schon Beweisfotos gemacht und mit Identifikation der Basis an die HEPCA geschickt. Auch diese Mühe kann man sich sparen.

In Dahab gab es bis vor acht Jahren eine ausgedehnte Seegraswiese (Kinderstube vieler Fischarten, Heimat von Seepferdchen) ab 4 m Tiefe. Das Gebiet ist seit Jahren immer übervölkerter von OWD-Kursen und Anfängern, was auf Seegras wirkt wie der Torwart beim Fußball auf den Rasen. Die Seegraswiese ist bis runter auf 14 m inzwischen komplett hinüber.

Ich kenne einige Tauchlehrer und Basisleiter in Ägypten. Sie haben mehrfach bestätigt:
Der Kunde bringt Geld und will tauchen. Wird er vom Guide gemaßregelt oder auch nur korrigiert bei Fehlverhalten, fasst er das als Meckerei und Kränkung auf. Er sieht die Riffe als ebenso mitbezahlt an wie all die Rifftrampler die Riffdächer vor dem Hotelstrand. Bei Maßregelung checkt er aus, geht zur Nachbarbasis und macht später in diversen Foren und Communities noch Negativbeurteilungen bezüglich der umweltschonend arbeitenden Basis. Das kann sich heute fast kein Basisbesitzer mehr leisten.

Das Traurige ist auch, dass die meisten Urlaubstaucher ein fast kaputtes Riff kaum von einem halbwegs intakten unterscheiden können und dazu auch nichts wissen wollen. Biokurse sind bei allen Basen die absoluten Ladenhüter und werden deshalb fast nie angeboten.

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marsil

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15

Freitag, 10. Juni 2011, 18:54

ich muss sowas keinesfalls für meinen arbeitgeber schreiben, ich kann mir meine meinung schon selber bilden....ich kann mit gutem gewissen sagen, das es bei uns schon viel anders zu geht als auf andren tauchbasen...

Bea

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16

Freitag, 10. Juni 2011, 20:20

Marsil, es gibt immer Ausnahmen und Tauchbasen , die sagen wir mal überwiegend Regeln umzusetzen wissen. Es hat im Falle deiner Tauchbasis damit zu tun, dass das Jasmin Diving Center als anerkannt gut gilt und schon seit vielen Jahren etabliert ist. Wenn ich mich recht erinnere, äußerte sich Poseidon ähnlich. Diese Tauchbasis muss auch Kunden werben, aber sie muss nicht um Kunden kämpfen. Die anderen aber schon, vor dem Hintergrund der viel zu vielen Tauhbasen die es gibt. Da wird halt jeder sogenannte Taucher genommen, egal wie er sich verhält. Die Kritik von Poseidon ist nicht falsch. Mein Sohn hatte z.B. seine Tauchtauglichkeitsbescheinigung aus Deutschland immer dabei. Ih habe selbst gesehen, dass die nicht jeder hatte. Nun, dann ging es eben ohne, mit der Unterschrift, dass man gesund sein.
Frdl. Gruß Bea

Die einen kennen mich, die anderen können mich!
*******Konrad Adenauer********

marsil

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17

Freitag, 10. Juni 2011, 22:45

diese bescheinigung ist auch keine pflicht hier, nur bei über 60 jährigen oder kursen muss man sie vorlegen. am ende taucht man eh immer auf eigenes risiko, das is wie bei jedem sport so. ich weiss das es viele schwarze schafe gibt, aber es gibt auch genügend basen, wo es wichtig is was aus unsrem roten meer wird...und auch ne menge ägyptischer tauchguides, die im sinne der umwalt arbeiten. wir haben auch immer wieder irgendwelche deppe zu sehen bekommen die mit flossen auf den korallen rumlatschen als wärs ne teerstrasse. aber am ende muss es doch jeder verantworten und mit bissel krips weiss ich wie ich mich zu verhalten hab in den gewässern, das gilt nicht nur fürs rote meer, sondern für die ganze welt....