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Mittwoch, 3. Oktober 2007, 18:26

Oum Kalthum

Zitat

Sie gilt als größte arabische Sängerin aller Zeiten, als leuchtendster Stern des Orients. So ist auch ein Roman benannt, der ihre Lebensgeschichte erzählt. Es ist eines der wenigen Bücher, aus dem man mehr über ihre Biographie erfahren kann. Ansonsten scheint es, als umgebe Oum Kalthoum (sprich: umkul'sum), einer Heiligen gleich, noch immer eine Aura des Unaussprechlichen. 1904 geboren, spiegelt sich in ihrem Werdegang die Geburt einer arabischen Moderne.
In ihrer Jugend trat die Sängerin noch als Junge verkleidet in den Cafe´s ihres Dorfes auf, um nicht gegen geltende Moralvorstellungen zu verstoßen. Dort rezitierte das halbwüchsige Beduinenmädchen gesungene Poeme. Nicht zuletzt dank ihrer Ausbildung in religiösem Gesang beherrschte sie die Kunst, auf der vollen Klaviatur der Gefühle ihrer Zuhörer zu spielen. Als sie in den 1920ern in Kairo für ein städtisches und säkulares Publikum zu singen begann, erlebte sie einen rasanten Aufschwung. Noch keine 30 Jahre alt, trat sie vor dem damaligen ägyptischen König Fuad auf: Schon da ohne Schleier, dafür mit der charakteristischen Sonnenbrille, für die sie berühmt wurde. Später assoziierte sie sich mit den nationalistischen Generälen um Gamal Abd el-Nasser, der 1954 die Macht in Ägypten ergriff. Zusammen mit Nasser, dessen Reden sich im ägyptischen Radio mit ihren Liedern abwechselten, stieg sie in den folgenden Jahren zum verbindenden Idol der arabischen Massen auf. Ihr Repertoire bestand überwiegend aus dramatischen Liebesliedern, später kam auch manch nationalistische Hymne dazu. Die meisten ihrer Stücke stammten aus der Feder des Komponisten Ahmad Rami, dem Oum Kalthoum 132 ihrer insgesamt 286 Lieder verdankt. Über eine Stunde dauerten manche dieser epischen Kompositionen, die sich oft in dramatische Höhen steigerten. Ihr Publikum trieb sie damit zu emotionalen Ausbrüchen, wie sich auf ihren Live-Aufnahmen aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren nachhören lässt.

Tief in der arabischen Tradition verwurzelt, steht Oum Kalthoum für eine behutsame Erneuerung der arabischen Musik. Als sie das Stück "Enta Omri" ("Du bist mein Leben") ihres ägyptischen Kollegen Mohammed Abd-el Wahhab sang, setzte sie sogar erstmals elektrische Instrumente ein, was ihr auch Kritik einbrachte. Ihr Rang als wichtigste arabische Stimme des 20.Jahrhunderts blieb davon jedoch unberührt. Als sie 1975 starb, folgten über drei Millionen Menschen ihrem Sarg durch die Straßen von Kairo, und an der offiziellen Trauerfeier nahmen zahlreiche arabische Staatsoberhäupter teil.

quelle: funkhaus europa (wdr)

23-11-2005 19:57

Zarah
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Donnerstag, 20. März 2008, 16:33

Re: Oum Kalthum

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