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Dienstag, 16. Juni 2015, 16:55

Nur Mutter und/oder Hausfrau ?

Nur Mutter und/oder Hausfrau ?
Eine kleine Geschichte einer Mutter, die am Amt abschätzig behandelt wurde, bis sie folgendes tat ...........

Auf dem Amt

Eine Frau namens Emily ging zum Amt, um ihren Führerschein zu verlängern. Als die Beamtin nach ihrem Beruf fragte, zögerte Emily, da sie nicht genau wusste, was sie offiziell sagen soll. „Ich meine“, sagte die Amtsfrau, „Haben sie einen Job oder sind sie nur...“ - „Natürlich habe ich einen Job – ich bin Mutter“, fiel Emily ihr ins Wort. „Mutter ist keine offizielle Berufsbezeichnung. Also: Hausfrau“, sagte die Beamtin.

Ich hatte diese kleine Geschichte schon völlig vergessen, bis ich mich eines Tages in der gleichen Situation wiederfand.

Die Dame bei mir am Schalter war offensichtlich eine Karrierefrau – effizient, selbstbewusst und sie legte wahrscheinlich großen Wert darauf, einen hochtrabenden Titel wie „Höhere städtische Registrierungsbeamtin“ oder „Behördliche Fragenstellungsbeauftragte“ zu haben.

„Ihr Beruf?“, fragte sie mit abschätzigem Blick. Ich habe keine Ahnung, was dann mit mir passierte, aber diese Worte kamen spontan über meine Lippen: „Ich bin Forschungsbeauftragte am Institut für Kinderentwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen.“

Sie hielt inne, den Kugelschreiber kurz über dem Formular festgefroren, und sah mich an, als hätte sie sich verhört. Also habe ich mich langsam und deutlich wiederholt, die wichtigsten Worte betonend. Und dann konnte ich mit einem inneren Kichern dabei zusehen, wie sie versuchte, den Titel in das kleine Formularfeld einzutragen.

„Dürfte ich wohl fragen“, sagte die Beamtin mit vorsichtigem Interesse, „was sie an ihrem Institut genau machen?“

Ich hörte mich voller Selbstbewusstsein und ohne Zögern sagen: „Ich führe ein Langzeit-Forschungsprogramm (welche Mutter tut das nicht) im Labor und in der Feldforschung (also drinnen und draußen) durch. Ich arbeite gerade an meiner Professur (als professionelle Familienmanagerin natürlich) und habe bereits vier Auszeichungen bekommen (alles Töchter). Das alles ist natürlich höchst anspruchsvoll und meistens arbeite ich 14 Stunden oder mehr am Tag (eigentlich ist man ja 24 Stunden in Bereitschaft). Der Job ist definitiv eine größere Herausforderung als irgendwelche Allerwelts-Karrieren in der Wirtschaft oder so, aber dafür ist der Lohn auch viel besser und zufriedenstellender als alles Geld der Welt.“

Man merkte, wie die Dame immer respektvoller wurde, am Ende hat sie mich sogar persönlich zur Tür begleitet.

Als ich danach in unsere Einfahrt fuhr, voller Freude über meine neue, glamouröse Karriere, wurde ich von meinen Laborassistentinnen begrüßt – 13, 7 und 3 Jahre alt. Ich konnte unser neues Forschungsmodell im Kinderentwicklungsprogramm (6 Monate alt und zuckersüß), dabei hören, wie es ein neues Vokalmuster ausprobierte.

Ich fühlte mich fantastisch. Ich habe die Bürokratie besiegt! Und ich bin jetzt in den Akten jemand bedeutenderes und besondereres als einfach „nur eine Mutter“.

Mutter: Was für eine wundervolle Karriere!

Werden dann Großmütter eigentlich zu „Senior-Forschungsbeauftragten am Institut für Kinderentwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen“? Ich glaube schon. Und Tanten sind „Wissenschaftliche Forschungsmitarbeiter“..

assuanmoon

Wüstenmaus

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2

Dienstag, 16. Juni 2015, 20:46

Ganz tolle Geschichte Amira. Es ist tatsächlich so, dass sich die "Nur" Hausfrauen wehren sollen gegen die abschaetzigenden Worte und Blicke ihrer Mitmenschen.

Ich bin auch Mutter und es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, indem wir unsere Kinder begleiten auf ihrem manchmal nicht so einfachen Weg. Wir können stolz sein wenn wir sehen, dass wir auch einen Teil geleistet haben, wenn die Kinder
dann selbstständig sind und ihren eigenen Weg gehen.

Assuanmoon

Rawan

Wüstenfuchs

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3

Mittwoch, 17. Juni 2015, 08:15

Ich verstehe das gegenseitige Ausspielen der Hausfrauen und arbeitenden Frauen überhaupt nicht. Soll doch jeder halten wie er will und ob das eine oder andere besser ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.

4

Mittwoch, 17. Juni 2015, 08:57

Ich verstehe das gegenseitige Ausspielen der Hausfrauen und arbeitenden Frauen überhaupt nicht. Soll doch jeder halten wie er will und ob das eine oder andere besser ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.

FB:like

Außerdem kenne ich eine ganze Reihe arbeitende Mütter in meinem Freundeskreis, deren Kinder ebenso selbständige, verantwortungsvolle Menschen geworden sind. Die haben meinen vollen Respekt.

Ein bisschen mehr gegenseitige Toleranz könnte bei diesem Thema sicher nicht schaden. Wem soll diese Stichelei nützen ?
Sunny

5

Mittwoch, 17. Juni 2015, 15:18

Verstehe ich auch nicht. Ich gehe auch arbeiten, meine Kleine ist 3 und ich war der Meinung dass es Zeitlich nun gut in den Rahmen passt, wenn ich arbeite. Tut es auch und erweitert meinen kleinen Gedankenlesen endlich wieder, da mir, seit die Kleine in der Kita ist, zuhause nämlich das TV Programm langsam über kam. :)

Es ist halt eine Sache der Organisation. Und Organisieren kann man es nur, wenn die Lebensumstände dazu passen, bei mir hat es gepasst, hätte aber auch anders sein können.

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Angel44

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6

Mittwoch, 17. Juni 2015, 20:12

Mutter ist der wichtigste Beruf von allen.

Habibschi

Wüstenfuchs

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7

Donnerstag, 18. Juni 2015, 09:12

ich verstehe dieses Hausfrau gegen berufstätige Frauen auch nicht. Die Hausfrauen denken immer sie müssten sich rechtfertigen, dass sie "auch was drauf haben", weil sie meinen andere wertschätzen sie nicht und die berufstätigen Frauen meinen immer sie müssten sich rechtfertigen, dass sie gute Mütter sind auch wenn sie arbeiten gehen. Ich finde das soll jede Frau für sich entscheiden...meist entscheiden ja eh die Umstände....spricht "Kohle". Und hautpsache es geht dem Kind gut und man schenkt ihm genug Zeit und es geht der Mutter gut. Denke da ist mehr toleranz von beiden Seiten gefragt, denn ich erlebe dass sich beide Parteien "anfeinden"...schade.....

8

Donnerstag, 18. Juni 2015, 09:51

Die Dame bei mir am Schalter war offensichtlich eine Karrierefrau

"Karrierefrauen" sitzen nicht irgendwo am Schalter sondern im Vorstand eines Konzerns :D .
Sunny

Rawan

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9

Donnerstag, 18. Juni 2015, 10:51

Haha sunny, stimmt auffallend.

sanura

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10

Montag, 22. Juni 2015, 05:57

Mutter zu sein, Eltern zu sein, ist das höchste Gut dieser Welt! Kinder werden uns in Obhut gegeben, wer ein Kind bzw. Kinder bekommt, erfährt das, was man mit allem Geld dieser Welt nicht aufwiegen kann. Kleinen Seelen Werte mitzugeben, in ihre Welt eintauchen zu dürfen, mit Ihnen auf ein Neues mitzuwachsen, jeden Tag Herausforderungen, Stress, Freude und viel Liebe.

Wo ist der Platz, wo man gerne hingeht ......., auch wenn man manchmal eine Auszeit braucht von "Mutter sein", wenn man arbeiten geht, wenn einem manchmal alles zu viel zu werden scheint und die Großeltern oder Freunde bittet, auf das Kleine aufzupassen um ein paar Minuten/Stunden/ein Wochenende wieder einmal für sich zu haben..... er ist bei der Familie :HDL:

Ein Hoch auf das Mutter sein und nicht vergessen, LEBEN und LEBEN LASSEN

VerenaMaria

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11

Donnerstag, 6. August 2015, 10:19

ich verstehe dieses Hausfrau gegen berufstätige Frauen auch nicht. Die Hausfrauen denken immer sie müssten sich rechtfertigen, dass sie "auch was drauf haben", weil sie meinen andere wertschätzen sie nicht und die berufstätigen Frauen meinen immer sie müssten sich rechtfertigen, dass sie gute Mütter sind auch wenn sie arbeiten gehen. Ich finde das soll jede Frau für sich entscheiden...meist entscheiden ja eh die Umstände....spricht "Kohle". Und hautpsache es geht dem Kind gut und man schenkt ihm genug Zeit und es geht der Mutter gut. Denke da ist mehr toleranz von beiden Seiten gefragt, denn ich erlebe dass sich beide Parteien "anfeinden"...schade.....
Also ich kann ihn schon verstehen.
Ich bin selbst "nur" Mutter und Hausfrau und wenn ich eine beruftätige sehe, dann denkt man sich schon, "wieso bekomm ich dass nicht auch hin".
Manchmal ist es vielleicht auch der Neid, eine berufstätige mutter hat ihr eigenes geld, kann also selbst dinge kaufen wie sie will, und sie hat auf jeden fall regelmäßig kinderfrei. Einige denken auch, das beruftätige Mütter sich nicht gut genug um ihre Kinder kümmern können.
Und anders herum gibts dass dann genauso.
Dadurch feinden sich die Parteien dann wohl immer wieder an. Jede von uns verteidigt ihr Ideal, oder warum sie sich so entschieden hat.

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Mabrouk_Masr

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12

Donnerstag, 6. August 2015, 11:15

Also ich habe da großen Respekt vor dem "Nur Mutter und Hausfrau-Sein". Da kann man nicht einfach heimgehen nach der Arbeit und hat dann seine Ruhe. Da muss man eben immer ran.
Die "Karrierefrauen" reden leicht über Kinder und Karriere. Dass alles möglich ist und so.
Ja, wenn ich vorher schon Karriere gemacht habe und dann auch genug Geld da ist, dass ich mit links ein Kindermädchen oder so bezahlen kann, dann ist alles einfach, wenn dann auch noch Oma und Opa oder Tante...zum Aufpassen da sind...alles ist ganz easy.
Aber bei manchen anderen, wo dann das Geld knapp ist...was ist dann.
Wenn ich ein Kind hätte, hätte ich keine Großeltern mehr, die drauf aufpassen können, ich habe keine Geschwister und alle meine Bekannten arbeiten selber den ganzen Tag. Also was bliebe mir anderes übrig als Hausfrau und Mutter zu sein...kann ich mir nicht vorstellen...und bisher habe ich auch meine Karriere betrieben...das würde dann vorbei sein...
Wie jemand sein Leben gestalten, ist seine Sache
Hut ab vor allen Müttern und Hausfrauen :mütze:
:ständchen: LG

13

Donnerstag, 6. August 2015, 12:01

Also ich habe keine Hilfe von der Familie und auch kein Geld für eine Nanni. Ich Arbeit aber dennoch neben meinem Kind. Ich musste mein Beruf halt darauf auslegen, dass ich ein Kind habe und mein Mann nicht so flexibel ist, aber irgendwie klappt es. Der Weg dahin war schwer, da man alle Faktoren korrekt auf einander abstimmen muss.

Dennoch bin ich der Meinung das es jede Mutter für sich selbst entscheidet, denn jedes Kind, Umfeld, Familie ist anders.

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14

Donnerstag, 6. August 2015, 12:31

Arbeiten neben dem Kind tun viele Frauen und dann Hut ab..ich rede ja von Karrierefrauen (leitende Positionen, Geschäftsfrauen) - für die ist es einfach! :D
:ständchen: LG

Habibschi

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15

Freitag, 7. August 2015, 15:32

ich finde alles hat seine Vor- und Nachteile und jeder sollte selber Entscheiden was das beste für sie (die Mutter) und das Kind ist.....und oft genug ist es ja auch nicht eine Frage des "was hätte man gerne", sondern die Situation ist von den Umständen vorgegeben....ob Alleinerziehend oder nicht genug Geld, so dass beide Partner arbeiten müssen oder keine Unterstützung durch Familie oder oder oder...es gibt zig Konstellationen und deshalb finde ich auch, kann man nicht pauschal urteilen...urteilen sollte man eh nicht, solange es allen gut geht.

16

Samstag, 8. August 2015, 10:18

Wenn ich ein Kind hätte, hätte ich keine Großeltern mehr, die drauf aufpassen können, ich habe keine Geschwister und alle meine Bekannten arbeiten selber den ganzen Tag. Also was bliebe mir anderes übrig als Hausfrau und Mutter zu sein
Da bleibt ja immer noch die Alternative Kindergarten, Kindertagesstätte. So ungewöhnlich ist das ja nun nicht.
Sunny

Mabrouk_Masr

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17

Samstag, 8. August 2015, 10:43

Ist eh nicht ungewöhnlich, sagt ja keiner...
Aber mit den Kindergärten schauts hier eher schlecht aus, mit Kindertagesstätten sowieso...leb ja hier auf dem Dorf...
Aber ist eh egal. Ich bin ohnehin nicht in der Situation.
Und um mich geht es auch gar nicht!
:D
:ständchen: LG

VerenaMaria

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18

Samstag, 8. August 2015, 22:31

Och je vor den Kindergärten hier graust es mir jetzt schon.
Dabei ist meine ja noch kein Jahr alt und voraussichtlich wollte ich sie erst mit ca. 2 Jahren in den Kindergarten geben, mal schauen.
Arbeiten käme für mich ja eh nicht in Frage, Nr.2 kommt ja im November und die Erste war ja erst letztes Jahr im September.
Ansonsten hab ich aber auch niemand um auf sie aufzupassen. Meine Eltern sind ja in Deutschland und meine Schwiegereltern wohnen zu weit weg von uns. Freunde hab ich in der Gegend hier auch nicht. Zudem fremdelt meine Kleine.

Von meinen Schwägerinnen sind ja 2 verheiratet und haben Kinder. Eine geht arbeiten, eine ist zu hause. Wie meinte meine Schwiegermama, Rania, die arbeiten geht, ist eigentlich im Dauerstress. Und dass obwohl ihr ältester schon 17 ist (ihr jüngster wird aber erst 4).
Meine eigene Mutter ist zu Hause geblieben, ich fands Klasse. Sie selbst hat aber anscheinend lange darunter gelitten, dass sie nicht doch arbeiten gegangen ist.


Ich finde auch, es sollte jede Mutter selbst entscheiden, ob sie arbeiten geht oder nicht. Leider wird allerdings irgendwo immer ein gewisser gesellschaftlicher druck aufgebaut. In Deutschland drückts mehr richtung arbeiten und Ägypten mehr richtung zu Hause bleiben. Zumindest empfinde ich es manchmal so.

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Habibschi

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19

Montag, 17. August 2015, 12:40

ich empfinde den Druck in Deutschland auch eher in Richtung zu hause bleiben. Wer nach einem Jahr wieder arbeiten geht, wird komisch angeguckt und von den zuhause bleibenden als "schlechte Mutter" hingestellt. Und im Beruf wirds einem auch schwer gemacht....das erlebe ich bei Freundinnen. Und auch ich habe mal erwähnt, dass ich vielleicht aus finanziellen Gründen gar keine andere Wahl hätte als nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen...auch das wird schon schräg beäugt.....

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